Dienstag, 31. Juli 2007

Karaoke, Club und Hanabi

Die Zeit hier vergeht wie im Flug und Ereignisse die einem noch wie als wären sie gestern gewesen in Erinnerung bleiben haben sich in Wirklichkeit schon letzte Woche abgespielt. So auch diesmal, ich dachte mir, ich könnte ja mal über das Hanabi Feuerwerk schreiben, und über Karaoke am Tag davor, und als ich überlegte wann das war wurde mir klar das wir schon wieder so lange nichts in den Blog geschrieben haben. Die Zeit hier geht einfach so schnell vorrüber, das ist zwar nicht unbedingt gut für unseren Blog, aber es zeigt doch wie sehr es uns hier gefällt…

Freitag Abend hatten wir uns mit Shiho, Izumi und mit Ken zum Karaoke verabredet, wieder im Big Echo, das gehört zu einer Kette und hat das nette „All you can drink“ Angebot das wir nun schon vielfach genutzt haben. Diesmal ging es in einen etwas kleineren Raum, waren ja nur zu fünft, starteten mit ein paar Bier und begannen dann zu singen. Mit einer Sängerin zum Karaoke zu gehen ist dann auch gleich mal eine ganz andere Erfahrung, normalerweise sind ja immer ein paar Leute die ganz gut singen können dabei, aber wenn man dann jemanden hat der das richtig professionell macht dann merkt man noch mal so richtig wie schlecht eigentlich die eigene Stimme ist ;) Aber dafür macht das zuhören dann auch so richtig Spass! (Was ich damit andeuten will: Geht in den Laden und kauft Qypthone CDs! Alle die sie dahaben am besten… und bestellt noch mehr!)

Tja, wieder einmal haben Alex und ich uns daran gemacht zwei der wenigen deutschsprachigen Lieder zu singen, also 99 Luftbalons, und Moskau! Später hat mich dann Ken darauf aufmerksam gemacht das es auch noch „Amadeus“ gibt und wir beide, also ich (der den Text nicht kann) und er (der ja kein Deutsch kann) haben uns daran probiert, ist bis auf den Refrain natürlich ziemlich gescheitert. Macht ja nix, ging schließlich um den Spass. Mit „Limahl“ und „Never Ending Story“ hat er dann auch noch gleich ein Lied eines deutschen Sängers gefunden, gibt also doch so einige.

Irgendwann nach viel viel Alkohol und Singen gings dann noch in einen Club, Izumi hat uns da mal wieder kostenlos reingelotst und ich hab mit ein paar „Sehr berühmten“ DJs und Sängern gesprochen die sie mir alle vorstellte. Und wieder, früh am morgen gings dann nach Hause!

Am nächsten Tag stand dann Hanabi auf dem Programm, das ist ein großes Feuerwerk im Sommer und viele viele Leute gehen da hin. So eben auch wir. Leider habe ich Alex einwenig verpasst und so sind er und Shiho sowie ich und Izumi separat unterwegs gewesen, deshalb denke ich das er seine Erlebnisse wohl zusätzlich ergänzen wird.

Das Feuerwerk, oder vielmehr die beiden Feuerwerke, wurden beide von zwei verschiedenen Schiffen auf einem Fluss nahe des Asakusa Tempels gestartet. Das Problem daran ist die Gegend ist dicht bebaut mit relativ hohen Gebäuden, man sieht es also nur von sehr breiten und langen Straßen aus, oder eben von Brücken. Und jeder möchte es natürlich sehen, dafür gibt es aber zuwenig große breite Straßen, und zuwenig Brücken. Also müssen die Japaner das natürlich gut organisieren, und das haben sie auch, perfekt organisiert, so gut, das selbst wir deutschen anerkennend nicken können. Zu gut aber, also so das es schon wieder nervt. Die ganze Gegend war erstmal für Autos abgeriegelt, wäre auch gar nicht anders gegangen, schließlich waren die Straßen voller Menschen. Von diesen haben übrigens eine nicht gerade geringe zahl Yukata getragen, also einen sommerlichen Kimono, gerade die Frauen nutzen derartige Festivals um in den traditionellen japanischen Gewändern ausgehen zu können.

Tja, für die die sich nicht auf eine der Straßen setzen wollten hieß es dann, in Bewegung bleiben, dazu wurde man auch aufgefordert, das Feuerwerk, das knapp 1 ½ Stunden ging sollte man nicht auf der stelle stehend verbringen, man sollte rumlaufen.

Izumi und ich taten das auch, bis wir an eine der Brücken kamen, die auf den ersten Blick gesperrt schien. Dafür hatte sich davor eine beträchtliche Menschenmenge versammelt und deshalb gingen wir davon aus das man von diesem Punkt aus das Feuerwerk wohl besonders gut sehen konnte. Dann merkten wir aber, das der Grund für die Versammlung hier aber etwas anders war, die Menschenmassen wurden nämlich immer Gruppenweise über die Brücke geführt, in gemächlichen Tempo mit vielen Pausen, so das jeder, auch die viel später kamen, genug vom Feuerwerk sehen konnte. Das war eigentlich ganz in Ordnung, gestört hat dabei lediglich das die Japaner meinen, so etwas kann nur funktionieren wenn ihnen stetig jemand dazu was erzählt, erklärt warum und anweisungen gibt, regeln vorwirft usw. usf. deshalb dröhnte schon am Anfang der Brücke die Stimme eines Polizisten aus einem Lautsprecher, schlimmer wurde es dann etwas weiter, denn ein Stückchen auf der Brücke war eine weitere Sprecherin positioniert, so wurden es also zwei Redner die einen per Lautsprecher beschallten. Genau in der Mitte dann drei, und hinzu kam ein Vierter. Also Vier verschiedene Sprecher, die einen über Lautsprecher mitteilen – ich hab natürlich nichts verstanden, aber Izumi hats mir natürlich übersetzt – das man JETZT zu gehen hat und JETZT halten muss, das man bitte beim laufen nicht stehen bleiben soll um Fotos zu machen weil das alle aufhällt und es sowieso schöner ist das Feuerwerk in echt zu betrachten usw. usf.

Das Feuerwerk selber war natürlich klasse, wir waren ziemlich am Anfang auf der Brücke, und da die beiden Feuerwerke etwas versetzt starteten sahen wir eben nur dieses, kurz vor Ende aber, als wir gerade fast über die Brücke waren startete das andere auf der anderen Seite. Und hier wieder, die geniale Japanische Organisation. Natürlich strömten, nein rannten einige die aus unserer Gruppe bereits über die Brücke waren und ein stückchen weiter voraus waren sofort wieder zurück um das Feuerwerk sehen zu können. Doch da das natürlich den ganzen Verkehr aufhalten würde sprangen japanische Polizisten sofort mit Absperrbändern dazwischen um so weiteren Verzögerungen entgegenzuwirken. Und die Sprecherin erklärte auch gleich wie man noch mehr vom Feuerwerk sehen könne, nämlich über eine andere Brücke.

Tja, und das taten wir dann auch später wieder, nachdem wir etwas gegessen uns unterhalten und rumgesessen hatten gingen wir noch mal auf eine der Brücken, und das auch ziemlich genau so das wir den Showdown der beiden Feuerwerke auf dieser erleben konnten. Das war natürlich schon spektakulär, die haben es nämlich noch mal so richtig krachen lassen. Dann ungefähr auf der Mitte der Brücke war alles aus, damit die Leute dann aber auch brav weiter laufen und nicht einfach umkehren und alles durcheinander bringen hörten wir diesmal aus dem Lautsprecher „Das Feuerwerk ist zuende, es gibt kein zurück mehr!“ Was für schöne abschließende Worte…