Freitag, 29. Juni 2007

27.06 - 28.06.2007 - Roppongi 3, oder: Wie kommt man durch Billigwein zur Harry Potter Premierenshow? - Alexander

Mann, Mann das war ein Tag. Wobei eigentlich waren es eher 2, denn unsere "Reise" begann am 27. mit dem ursprünglichen Plan in Roppongi abends wegzugehen. (Anm. Christoph: "Reise" ist gut, total verrücktes Abenteuer trifft es aber irgendwie besser) Wir dachten, Roppongi hätte eine 2. Chance verdient, nachdem unser erster Besuch dort eher enttäuschend verlief und Roppongi eigentlich schon in dem Ruf steht, ein gutes Abendsweggehziel zu sein. Um etwa 22 Uhr kamen wir dann in Roppongi an, woraufhin wir auch gleich an der Roppongi-Kreuzung von irgendwelchen schwarzen Bar-Promotern angelabert wurden.

Auf dem Weg von der Kreuzung zur Citi-Bank (ca. 30 Meter) dann noch 4x. Und auf dem Weg die Straße runter dann noch unzählige Male. Man verliert richtig die Lust daran irgendwo stehen zu bleiben und zu schauen, ob es in dem nebenliegendem Gebäude eventuell ein paar nette Bars geben könnte, wenn von der Seite dauernd auf einen eingeredet wird. (Anm. Christoph: Irgendwann hab ich dann den bösen, genervten Deutschen gespielt und nur noch in entsprechendem Tonfall geantwortet, das hat dann irgendwie sogar funktioniert)

Nach langem hin und her ließen wir uns irgendwann dann doch eine Bar empfehlen, wo angeblich etwas los sei. Da es aber keine Eintrittskosten gab und wir auch sonst nix bezahlen mussten wagten wir uns hinein. Am Eingang wurden wir von diversen Promotern zu einer Japanerin weitergeleitet, die uns dann mit dem Aufzug in den 5. Stock brachte. Aber natürlich war die Bar vollkommen leer. Wir bestellten uns einen Drink und zogen weiter. (Anm. Christoph: Ich komme nicht umhin anzumerken das ich das schon die ganze Zeit sagte "Nein, das ist bestimmt nix, lassen wir das lieber" aber weil die ganzen Promoter ja so nett und vertrauenerregend aussahen haben die anderen beiden sich drauf eingelassen. Bestimmt hat Alex insgeheim gehofft er landet doch in nem Strip Club!)
Der Ausgang erfolgte bezeichnenderweise über eine Feuerleiter.


Der war fertig, muss ja sehr bequem gewesen sein:

Ziellos liefen wir eine Weile durch die Gegend und wurden weiterhin andauernd von den Promotern angesprochen sodass wir uns letztendlich in einer etwas abseits von dem ganzen Ärger gelegenen Amerikanischen Bar mit Dart und Billiard niederließen. Dort war es zwar auch relativ leer, aber man konnte Dart und Billiard spielen. Die Bar machte ausserdem einen deutlich besseren Eindruck, da auf Großbildschirmen lustige Werbespots liefen und der Wirt uns auch einen "Kamikaze" Shot spendierte. (Anm. Christoph: Und der Typ war auch angetrunken genug um richtig lustig zu sein ;)) Die Dart Automaten machten zunächst einen sehr guten Eindruck; man konnte von 1501 herunter werfen. Doch nach einer Weile fanden wir heraus das ein Zeitlimit das Spiel automatisch beendete. Gegen halb 4 dann machten wir uns wieder auf den Weg um den Abend mit etwas Billigem Wein aus dem Convenience Store beim Roppongi Hills Komplex ausklingen zu lassen. Als wir dort ankamen machten wir einige hervorragende Fotos vom Tokyo Tower und der Anlage, während wir durch die Labyrinthartigen Gänge nach unten liefen.


Unten angekommen warteten jedoch einige Leute scheinbar auf etwas und so setzten wir uns dazu (wir hatten ohnehin nichts besseres zu tun, unsere erste Bahn fuhr um halb 6 oder so). Dann erfuhren wir, das hier an diesem Ort morgen die Harry Potter 5 Weltpremiere stattfinden würde. O_O. Und das sie für Karten der Side-Show zur Premiere anstanden.




Gegen halb 10 fing dann auch das bunte Treiben um den Platz herum an und ein Wachmann verteilte Tickets an uns.




(Anm. Christoph: Aber die Zeit bis dahin verging auch im Flug, wir haben uns nett unterhalten und viele neue Leute kennengelernt, ein paar Nummern ausgetauscht usw. usf. Außerdem liefen überall diese Kostümierten Mädels rum, ganze Gruppen davon, verkleidet in allen wichtigen Rollen des Films, da haben wir natürlich gleich ein paar Fotos gemacht) Deren Nummern fingen allerdings bei 285 an und 3 nette Damen besaßen scheinbar zuviele Tickets, weshalb sie uns ihre überschüssigen Tickets mit den Nummern 14,15 und 16 anboten. (Anm. Christoph: 15, 16, 17 ...jaja Alex, der Wein ;)) Da konnten wir schlecht nein sagen und weil die Veranstaltung erst um 4 Uhr begann, begaben wir uns auf den Heimweg um im neuen Gasthaus einzuchecken. Denn dort war heute die Miete fällig. Als wir dort irgendwann Mittags ankamen waren wir todmüde (kein Wunder, wir hatten ewig nicht mehr geschlafen) und hatten noch 1 1/2 std. Zeit, bis wir uns wieder aufmachen mussten. Da ich keinerlei Klamotten dabei hatte legte ich mich einfach auf das Bett und leerte ein paar Dinge in meiner Tasche aus. Unter anderem auch das Ticket für die Show, was ich aber nicht bemerkte. Ich schlief absolut miserabel, wachte dauernd auf und letztlich kam mir die 90 Minütige Pause wie eine ganze Nacht vor. Komischerweise war ich auch ebenso wach, wie nach einer ganzen Nacht schlechten Schlafs, trotz das es nur 90 Minuten waren. (Anm. Christoph: Ich hatte in der Zeit eine ganze Odysse zurück gelegt, denn nachdem ein anderer Bewohner des Guesthouses am Vortag seine Kreditkarten verloren hatte dachte ich ich lasse die meinen heute auch besser zuhause. Tja, das hieß dann ich musste sie holen, erst nach Oizumi, dort Kreditkarte und Geld holen, dann zum anderen Guesthouse. Dabei hab ich dann auch eine andere Linie ausprobiert und wusste die genaue Station nicht, und der gute Alex hatte sein Handy auch nicht aufgeladen. War eine verdammt chaotische Tour, habs aber dann doch geschafft. War dort, war wach und hatte nicht geschlafen. Musste warten bis Alex aufgestanden ist, bis die beiden ausgetrödelt hatten und so ist der Anfang des nächsten Satzes wieder mal, nur auf Alex zurück zu führen ;) ) Leider mussten wir uns ziemlich beeilen um noch pünktlich zu erscheinen und dort angekommen musste ich feststellen, dass ich mein Ticket im Gasthaus liegen gelassen hatte -___- (<-- so sah ungefähr mein Gesicht aus) . Ohne das kam ich aber natürlich nicht herein. Glücklicherweise hatte Christoph noch sein Ticket mit der Nr. 286, mit dem ich mich dann ganz hinten anstellen konnte. Neidvoll blickte ich während meiner über einstündigen Wartezeit in der ewig langen Schlange auf meine Freunde, die es sich in der ersten Reihe neben dem Roten Teppich gemütlich machten.


(Anm. Christoph: Für uns war das natürlich ziemlich lustig, wir hatten also 16 und 17 und als wir ankamen hatten sich schon gut 300 Leute aufgereiht, das hieß dann also sich von den Veranstaltern bis nach vorne durchlotsen zu lassen, das ticket sichtbar hinzuhalten und von jedem dort einen neidvollen Blick zu bekommen ;)) Als ich schließlich dort ankam konnte ich mich jedoch irgendwie durchkämpfen und Christoph tauschte sogar mit mir den Platz (scheinbar hat er nichts für Harry Potter übrig O_o ). (Anm. Christoph: Stimmt garnicht, es gibt nur Leute die mehr für ihn übrig haben. So war ich ursprünglich direkt in der ersten Reihe, habe dann aber eine 8 Jährige vorgelassen (Die Freut sich da sicherlich mehr) und nachdem der gute Alex kam hab ich ihn dann hingelassen, schließlich, haben wir es in diesem Fall nur seinem nächtlichen Gequassel mit den drei Frauen zu verdanken gehabt das wir die Tickets bekamen ;) Und ich wollte mich auch einfach lieber Unterhalten) Michael stand auch in der ersten Reihe, ebenso ein kleines Mädchen mit ihrem Vater, wobei beide in Kostümen gekleidet waren. Links von Michael wiederrum standen 2 Japanerinnen mit Schildern "You´re so Rock" und "Harry Potter I love No. 1". Soviel zu den schriftlichen Englischkenntnissen junger Japaner. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, ob Daniel sich darüber gefreut hat, das er so ein Fels ist. Gegenüber von uns hatte sich auch ein Beeindruckendes Sammelsorium von Kameras und Fotographen aufgestellt, wobei sich einige zu uns gesellten und das kleine Mädchen in dem Harry Potter Kostüm sowie die beiden Japanerinnen mit den Schildern Fotographierten und interviewten. Mich und den Michael haben sie auch interviewt, warum wir Harry Potter mögen und ob wir extra wegen der Premiere nach Japan gekommen sind (Wir trauten uns nicht ihnen zu sagen, das das alles nur ein komischer Zufall ist :), aber wir haben so einen Unsinn geredet, das ich nicht glaube, das irgendwas davon tatsächlich gesendet wurde. Wie dem auch sei, die ersten Gäste waren 2 berühmte Japanische Schauspielerinnen, die ich allerdings nicht kannte (Falls irgendjemand eine der anderen gezeigten Damen kennt, auch bitte schreiben, damit wir wissen was so für Berühmtheiten da waren :).



Wenn sie jemand kennt bitte einen Kommentar schreiben ^^ Da bekamen wir jedoch schonmal einen Vorgeschmack, was uns in Bezug auf Kreischerei und Fotographie erwarten sollte. Denn Daniel "Harry Potter" Radcliffe's Ankunft kündigte sich bereits durch lautes Schreien aus den Hinteren Reihen an, sodass alle noch rechtzeitig ihre Kamera zücken konnten. Ich hatte währenddessen meinen Platz in der ersten Reihe mit einem weiteren kleineren Mädchen getauscht (Der hatte das ganze sicherlich viel mehr bedeutet als mir; oder wie Christoph schon meinte als er Fotos für kleinere Japanerinnen machte:"Jeden Monat eine gute Tat"). Fotos konnte ich allerdings trotzdem ganz gute machen, da ich einfach alle Japaner mit meiner Größe überragte. Dabei ließ "er" (Oder Daniel-sama, wie er von den Japaner(innen) liebevoll genannt wird) zunächst leichte Zweifel aufkommen, ob er denn tatsächlich den Rummel mitmachen, und Autogramme auf der anderen Seite des roten Teppichs geben würde, da er ausschließlich fernab der Fans interviews gab und nicht ein einziges Mal herüberkam.


Doch als er die Journalisten alle befriedigt hatte, kam er dann doch noch einmal ganz an den Anfang des Teppichs zurück und nahm sich Zeit alle ihm hingehaltenen Blätter/Fotos/Gegenstände zu unterschreiben. Das dauerte selbstverständlich ewig, trotzdem täuschte er keine Müdigkeit vor und wechselte teilweise sogar ein paar Worte mit den Fans. Z.B. mit dem kleinen Mädchen in dem Harry Potter Kostüm. Das andere kleine Mädchen, erhielt auch sein Autogramm und war zu Tränen gerührt. Jaja, jeden Monat eine gute Tat :). (Anm. Christoph: ALso, bis zu diesem Tag war mir der gute Daniel Radcliffe eigentlich ziemlich egal, eigentlich kannte ich noch nichtmal wirklich seinen Namen. Aber das fand ich schon wirklich klasse, er hat sich tatsächlich Mühe gegeben sich um seine Fans zu kümmern, geduldig Autogramme gegeben, wirklich beeindruckend - gerade das die beiden kleinen Japanerinen die wir vorgelassen haben und die in der Menge wirklich untergingen was bekommen haben hat mich wirklich gefreut. Die Mutter der einen ist fast vor freude in die Luft gegangen als wir ihr Platz schufen und als ich mich dann noch bereit erklärte für sie Fotos zu machen (bin ja ein bisschen größer) war sie in heller freude..., hab dann auch noch für ein paar andere immer wieder Handy Fotos machen müssen, und die haben sich darüber tierisch gefreut ... Daniel auf dem Handy ;)) Leider erhielten wir daher kein Autogramm, dabei fängt Harry's Karriere ja gerade erst an und so ein Autogramm in jungen Jahren wäre sicher mal wertvoll geworden :) Während Daniel aber fleißig Interviews gab, tauchten noch einige weitere Stars auf, wie z.b. die "Cold Case" Darstellerin, die ich auch nur erkannte weil der Host es anmerkte, oder eine berühmte Filmkritikerin. Nachdem alle verschwunden waren, bekamen wir noch einige Harry Potter 5 Trailer zu sehen, welche alle sehr vielversprechend waren (ich kann es kaum erwarten -_- hätte ich das mit der Premiere nur vorher gewusst, man konnte sich anscheinend für die Karten bewerben). Und wir glaubten die Show würde sich langsam dem Ende zuneigen, doch aufeinmal tauchte Rauch aus der Mitte der Bühne auf und Daniel Radcliffe kam mit dem Producer des Films per Aufzug durch den Boden der Bühne. Da war das Gekreische wieder groß. Und ein Meer von Handykameras und Blitzlichtern ergoss sich über den Platz. Beide hielten dann noch eine kurze Ansprache auf Japanisch (allerdings mit Zettelchen), welche die Fans ebenfalls in Ekstase versetzte (80% oder mehr weibliche Fans waren anwesend würde ich schätzen. Die Tatsache das Hermine Darstellerin Emma Watson nicht kommen würde, hatte sich wohl herumgesprochen :). Als sie dann auf englisch weiterredeten, kam ein Übersetzer zum Zuge und hier zeigte sich einmal wieder, wie es um die englisch Kentnisse der Japaner steht. Keine Reaktion, nachdem Daniel fertig war mit sprechen, aber sobald die Übersetzerin fertig war...Ihr wisst schon :). Mit einem Lumus Maxima (oder so) entzündete er dann auch ein furioses Lichtspektakel; etwa 20-30 Lichtscheinwerfer leuchteten eine riesige Säule in den Himmel und es wurde Rauch in die Luft geblasen. Dann verschwand Daniel wieder so schnell, wie er gekommen war (wieder mit jeder Menge Rauch und Feuer) und die Veranstaltung war zuende. Die ganzen Harry Potter Filmschilder durften dann mitgenommen werden. Wir hätten zwar auch eines ergattern können (sahen wirklich nett aus, Platten in etwa Postergröße), aber das hätte nicht in den Koffer gepasst :(.


Das war also unser Durchmachmarathon. Von der Kneipe durch Zufall zur Harry Potter Premiere. Nicht schlecht, nicht schlecht. Ich bin gespannt was noch so auf uns zukommt. (Anm. Christoph: Nach über 30 Stunden wach sein, wurde die Heimfahrt dann natürlich wieder wirklich anstrengend, kein Wunder das ich da regelrecht ins bett fiel ;))


Hier ist die komplette Fotogalerie des Tages der Premiere:


(Anm. Christoph: Wir haben auch noch eine Japanerin kennengelernt die mit ihrer Spiegelreflex Kamera in der ersten Reihe stand, sie will uns noch ein paar gute Fotos zusenden, also wenn jemand interesse daran hat mehr zu sehen kann er sich gerne bei uns melden (christoph.guenther@cbs-edu.de) und wir sagen dann bescheid wenn die neuen Fotos da sind ;) ...oder ihr guckt einfach täglich hier rein ;))

26.06.2007 - Akihabara 4: Handy 2 und Maid Cafe! - Christoph

Nach reichlichen Überlegungen hatte ich mich nun dazu entschlossen ebenfalls ein Mobil Telefon zu kaufen. Wenn wir unterwegs sind ist das ja dann doch ein bisschen besser, man findet sich wieder falls man sich verliert und vor allem kann ich dann auch selber Nummern einspeichern und muss das nicht immer Alex machen lassen ;) Deshalb ging es heute wieder nach Akihabara, da Alex erst viel später aufgestanden ist als ich und Michael sogar noch schlief hatte ich mich entschlossen alleine loszugehen, um 17 oder 18 Uhr wollten wir uns dann wieder treffen und den Rest des Abends gemeinsam was unternehmen.

Also hab ich mich wieder auf gemacht und bin zum Soft Bank laden gefahren, hab dort das selbe Prodzedere mitgemacht das Alex zuvor machen musste, Reisepass kopieren, adresse von Guesthouse angeben usw. usf. und wurde schließlich gebeten in 1 1/2 Stunden wieder zu kommen. Um die Zeit schön tot zu schlagen entschloss ich mich also einwenig durch den Stadtteil zu laufen, mich umzusehen und dann wieder umzukehren. Irgendwann bin ich dann bei einer Straßenmusikerin gelandet, sie stand an einem Platz, hatte ihr Keyboard vor sich und hat gesungen, und das sogar bemerkenswert gut. Aus Köln kenne ich nur eine Art von Straßenmusikern, nämlich eben die die denken sie könnten Singen, es in Wirklichkeit aber ganz und garnicht können und deshalb einzig und allein auf der Straße auftretten. Eben dort wo ihnen die Menschen Geld zuwerfen um sie zum aufhören zu ermuntern. Aber sie konnte Singen... und die anderen 2 Sänger die sich dann ebenfalls auf dem Platz aufgestellt haben auch. Dumm war nur, das eben jeder der 3 seinen Gesang über einen kleinen Verstärker verbreitete und sie nur gut 5 Meter von einander entfernt standen, so wurde man irgendwann von allen Seiten beschallt. Letztendlich hab ich mir dann auch eine CD gekauft, und ne Unterschrift (mit Datum) bekommen, in weißer vorraussicht das diese irgendwann, in 10-20 Jahren sicherlich mal was wert sein wird ;) .... ...oder eben nicht...

Naja, weiter gings, wieder zum Soft Bank Shop und wie schon bei Alex, wurde ich nochmal vertröstet, nochmal warten, nochmal durch die Gegend laufen, sich irgendwann dann mit den beiden anderen Treffen, zusammen Zeit totschlagen und wieder zurück, Handy nehmen, Handy aktivieren, glücklich sein... das ganze Programm eben...

Gemeinsam ging es dann weiter, diesmal wollten wir unbedingt in eines dieser ominösen Maid Cafes die es hier in Akiharaba ja gibt und für die überall die netten Mädels Flyer verteilen. Für alle die davon nocht nichts gehört haben, das sind Cafes in denen junge Japanerinen Kostüme im Stil von Dienstmädchen tragen und man eben von denen überaus freundlich bedient wird. Alles ganz im "gottchen ist die aber niedlich"-Stil. Da wir die einzigen Ausländer waren, neben 3 Japanern haben wir auch dann die ganze Aufmerksamkeit der Maids bekommen, 3-4 standen ständig bei uns rum und haben uns ausgefragt und irgendwie war das alles doch richtig lustig. Für das gemeinsame Foto mussten wir dann allerdings Geld bezahlen, macht aber nix, einmal muss einfach sein. Tja, und dann hat der Laden auch schon geschlossen und mit einem breiten Grinsen auf den Lippen sind wir dann wieder nach Hause. ...Was wir nicht alles auf uns nehmen um hier in diesem Blog nette Berichte schreiben zu können! ;)

Mittwoch, 27. Juni 2007

24.06.2007 - Arbeit, Arbeit, Arbeit - Christoph

Tja, man könnte schon fast meinen der Sonntag wäre eigentlich garnicht weiter erwähnenswert, und im Grunde hat man mit dieser Aussage wohl auch recht. Denn nachdem die letzte Nacht etwas länger gewesen war schliefen wir erstmal bis in den Nachmittag hinein. Und dann gings auch schon wieder an die Arbeit, hatten schließlich noch ein Konzept fertig zu schreiben und haben das dann auch bis spät in die Nacht hinein getan. Also, was kann man da schon erzählen?

Nichts! Richtig! Und da wir in den kommenden Tagen eh viel zu viele lustige kleine Dinge erlebt haben, und es viel zu viel zum lesen nun gibt halte ich den Beitrag lieber kurz ;) mit dem Kommentar "Es war ein anstrengender Tag"

Montag, 25. Juni 2007

23.06.2007 - Shibuya 7 - Durchmachen die 3. - Alexander

Da Christoph schauen wollte, ob er seinen Fehler vom 20. wieder gutmachen kann, entschlossen wir am Abend mal wieder nach Shibuya zu fahren. In den Reiseführern steht immer, das Roppongi das Ausländer und Partyviertel wäre, aber wenn man es mit Shibuya vergleicht ist da eigentlich überhaupt nichts los. In Shibuya angekommen waren wir zunächst hungrig und suchten das nächstbeste Sushi-Restaurant auf. Dieses war dann leider sehr voll und wir mussten kurz warten, bis wir einen Platz zugewiesen bekamen. Trotz das es Sitzplätze und Bedienungen gab, war die Sushi bar noch günstiger als die in Akihabara; 120 Yen, etwa 72 Cent für 2 Nigiri Sushi (z.B. Lachs oder Thunfisch, für das man in Deutschland zahlt man für gewöhnlich das Doppelt bis Dreifache). Dort fand sich auch eines der Sushi-Fließbänder, von denen man immer mal wieder hört. Allerdings befand sich statt Sushi nur verschiedenfarbige leere Teller mit Kärtchen darauf, die dauernd im Kreis herumfuhren. Später fanden wir dann heraus, das man die Bestellungen an der Personal richten muss, und der Koch dann das Sushi auf das Band legt, damit es seinen Zielort erreichen kann. Die Farben der Teller markieren dabei einen bestimmten Preis, Holzfarben war 120 Yen, Weiß 240, Gelb 315 und Silber 525.
Normalerweise bekommt man immer kaltes Wasser oder Grünen Tee in einem Japanischen Restaurant, hier mussten wir uns dies jedoch selber nehmen. Dazu kam aus einem Kran heißes Wasser und in einer Box lagen Teebeutel. Mit denen wäre mir dann auch beinahe ein kleines Missgeschick passiert, als ich die Box mit Ingwer fälschlicherweise für den Mülleimer für die benutzten Teebeutel gehalten habe (Der Unterschied war natürlich kaum zu erkennen). Michael konnte mich aber gerade noch davon abhalten.
Nach dem leckeren Sushi-Mahl war es zeit uns in unsere fast schon Stammkneipe zu begeben. Dort war es jedoch sehr voll und wir mussten uns zunächst an die Ecke stellen. Natürlich bestellten wir uns wieder die großen Bierkrüge, aber leider hatte mich die Bedienung wohl nicht richtig verstanden, als ich 3 davon bestellte und sie mich daraufhin komisch anguckte. Zur Zeit der Bestellung war Michael auf Toilette und so brachte sie zunächst nur 2 Krüge. Nachdem wir mit den Krügen angestoßen hatten, wurden uns wieder von allen Seiten ungläubige Blicke zugeworfen. So lernten wir dann auch Anthony und Tomomi kennen, die neben uns standen und sich daraufhin mit uns an einen gerade freigewordenen Tisch begaben. Es stellte sich heraus, das Anthony aus der Schweiz kam, aber leider trotzdem kein Deutsch konnte, weil er von der Französischen Seite stammt. Mit den beiden haben wir uns dann ganz gut Unterhalten und Christoph bestach Mich und Py doch Durchzumachen, indem er uns Bier spendierte. Um 2 Uhr machte der Laden allerdings zu und Totomi und Anthony wollten noch in einen Club. Ich und Py hatten allerdings weniger lust darauf kamen aber trotzdem mit. Vor dem Eingang diskutierte ich noch eine Weile ob ich da jetzt wirklich reingehen möchte, lies mich dann aber letztlich doch überreden. 1500 Yen Eintritt sind für Tokyoter Verhältnisse sogar noch relativ günstig und es gab auch ein Freigetränk. Der Club war recht klein und auch nicht mehr sonderlich voll, zudem war die Musik gerade noch so, das man sich unterhalten konnte. Das gefiel mir schonmal und so setzte ich mich an die Bar und unterhielt mich erstmal mit 2 netten Japanerinnen. Allerdings stellte sich heraus das sie schon Ende 20 sind. Das Alter von Japanern ist allgemein so schwer einzuschätzen. Übrigens, alle Japanerinnen die ich gefragt habe, wie alt sie Mich einschätzen würden haben mich auf 25 geschätzt. So alt also schon :/. Also nächstes mal sag ich einfach ich bin 25 ^^. Irgendwann verschwanden dann Tomomi und Anthony (wo die wohl hingegangen sind...). So um 4 machten wir uns dann auch mal auf den Weg, allerdings wollten Christoph und Michael mit ein paar anderen Leuten noch frühstücken gehen, und ich wollte nach hause. Also verabschiedete ich mich und ging in Richtung Bahnhof. Auf der Shibuya Kreuzung waren dann noch 4 Japanerinnen, die in mich anstarrten und über mich zu Reden schienen. Also habe ich sie gleich mal darauf angesprochen und mich noch mit ihnen unterhalten, während ich auf die erste Bahn wartete. Eri, eine von ihnen, musste in die Gleiche Richtung fahren und fragte ob es OK sei, wenn sie mit mir Englisch sprechen könnte. Schließlich hat sie mich dann noch in das japanische Gegenstück zu Studivz, Mixi.jp, eingeladen und dann machte ich mich auf den Nachhauseweg. Vieleicht erzählt Christoph ja noch ,was ihm während des Frühstücks so alles passiert ist :)
(Anm Christoph: Na, viel ist da nicht passiert, wir, also Michael und ich sind zusammen mit einem Norweger in ein kleines billig Restaurant gegangen, haben schön billig was gegessen und sind dann weiter. An der Shibuya Kreuzung trafen wir dann noch einen betrunkenen Briten, der mit seinen Erzählungen (das gequassel eines betrunkenen...) eine Gruppe Japanischer Jugendlicher unterhalten hat. Die haben sich kaputt gelacht, und wir dann auch. Irgendwann sind wir dann auch Heim...)

22.06.2007 - Regen, Arbeit und Hostessen - Christoph

Wie all diejenigen die unseren Blog regelmäßig aufrufen (Was übrigens alle tun sollten ;)) wohl bemerkt haben werden, war dies ein sowohl arbeitsreiches als auch erlebnisreiches Wochenende. Es ist Montag und ich sitze an meinem alten Notebook und schreibe den Beitrag für Freitag. Aufgrund der vielen Arbeiten die wir zu erledigen hatten ist an diesem Tag nicht sonderlich viel passiert, aber, wir wollen unseren Lesern, Geldgebern und potentiellen Geldgebern ja etwas zu lesen bieten, und zu erzählen gibt es hier wirklich immer was.
An diesem Tag wollte uns die Regenzeit mal beweisen das es sie tatsächlich gibt, das sie nicht nur ein hirngespinst der Japaner ist, eine einfache Gruselgeschichte die dazu dient Urlauber fernzuhalten, nein, die Regenzeit ist tatsächlich vorhanden. Und so war der Himmel den ganzen Tag über stark bewölkt und es regnete immer wieder, mal leicht, mal wieder etwas heftiger so das es uns letztendlich nicht sonderlich schwer viel im Guesthouse zu bleiben. Arbeit gabs ja genug und langweilig wird es hier ja auch nie. Zur Zeit sind glaube ich rund 15 Leute hier, allein 8 davon sind Deutsch, und die meisten aus unterschiedlichen Gründen in diesem Land. Da Alex ja sein Lager im Aufenthaltsraum aufgeschlagen hat, ein Raum an den auch Küche und Bad angegliedert sind haben wir fast immer irgendwie Gesellschaft. Hin und wieder kommt ein Bewohner, redet mit uns, schaut fern, setzt sich an den Computer oder, im Falle der Katzenfrau von nebenan – kocht für die Katzen. Gerade die Unterhaltungen sind immer wieder sehr interessant, vor allem da einige der Bewohner hier ja schon eine ganze Zeit in diesem Haus wohnen, sich in Japan aufhalten und teilweise ähnliche, teilweise ganz andere Erfahrungen gemacht haben als wir. Und, nicht alle fühlen sich hier in Japan wirklich wohl, während ein paar hier unbedingt bleiben wollen steht für andere fest „Ich will weg von hier.“ Überall scheint diese Mischung aus Begeisterung und dem großen dicken Fragezeichen das über den Köpfen schwebt wenn man so manch eine Eigenheit dieses Volkes betrachtet.
Eine der Bewohnerinen, sie ist Brasilianerin, will wieder weg von hier, ihre Großeltern sind Japaner, stammen aus einer Zeit in der sich viele Japaner in Brasilien niederließen und so hat sie auch das Asiatische äußere geerbt. Das stellt sie vor manch ein Hindernis, man erwartet von ihr das sie fließend Japanisch spricht. Auch die Zurückhaltung der Japaner ist für sie als Brasilianerin oft frustrierend, während es in ihrem Heimatland üblich ist einfach Leute in der Bahn anzusprechen herrscht hier absolutes Schweigen. Kaum Unterhaltungen, selbst wenn man mit seinen Freunden unterwegs ist versinkt man oft ganz automatisch in dieses all umfassende Schweigen. Dazu lieferte sie auch einen treffenden Kommentar „Wenn dich in Brasilien jemand einfach Anspricht, dann ist das normal. Wenn das jemand in Japan tut, dann ist er irgendwie verrückt.“
Mit ihr und ein paar anderen Bewohnern des Hauses führten wir auch ein Gespräch über „Hostessen“, ein Thema das uns zwei Abende lang verfolgte. Eine Japanische Eigenheit die uns einfach völlig abwegig erscheint. Hostessen bzw. männlich Hosts sind Personen die für ihre Gesellschaft (und eigentlich nur für ihre Gesellschaft) also ein angenehmes Gespräch und dergleichen, eben einen lustigen Abend bezahlt werden. Gute Hostessen verdienen mitunter mal locker 900.000 Yen im Monat, das sind rund 5500-6000 Euro, dafür das man redet und dabei kostenlos trinkt ist das eigentlich ein ganz guter Verdienst. Gut, 30.000 – 100.000 davon gehen an die Yakuza, aber das ist wohl auch noch zu verkraften. Am ersten Abend waren wir angesichts dieses Brauches noch völlig ratlos, man stelle sich doch einmal eine Situation vor in der man, mit Freunden am Tisch sitzt und dann erzählt „Ich habe gestern eine Frau dafür bezahlt das sie mit mir redet!“ Das klingt schon ziemlich abwegig. Am Zweiten Abend erfuhren wir allerdings von jemanden der sich schon genauer über dieses Geschäft informiert hat warum das so läuft, die Japaner arbeiten einfach soviel das sie gar keine Zeit mehr dazu finden sich jemanden für eine nette Gesellschaft zu suchen. Also beschleunigt man die Sache in dem man einfach dafür zahlt! …Vielleicht sollten wir uns wohl auch mal eine Stelle als Host suchen… Klingt sehr ertragreich… :)