Dienstag, 2. Dezember 2008

Der Roppongi Hills Weihnachtsmarkt

So langsam kommt in Japan Weihnachtsstimmung auf. Ja ganz recht, denn Weihnachten scheint selbst in Japan sehr verbreitet zu sein. Da das Familienfest allerdings schon belegt war (das ist hier Silvester/Neujahr), ist Weihnachten eher ein Fest für Freunde oder Pärchen. Genau anders rum wie in Deutschland quasi.
Als in einer Rundmail bei Bosch bekannt gemacht wurde, dass bei Roppongi Hills ein Weihnachtsmarkt stattfindet und man dort derzeit sogar ganz oben aufs Dach gehen kann, beschloss ich kurzerhand mit einem Mitpraktikanten, Vincent, am Wochenende einen Ausflug dorthin zu machen.
Eigentlich hofften wir noch pünktlich zum Sonnenuntergang auf dem Dach anzukommen, aufgrund der 30-minuten Warteschlange hat dies aber dann nicht mehr geklappt leider. Es wird sehr schnell und früh dunkel in Japan. Dafür ist es Tagsüber immer noch sehr Warm teilweise. Letztes Wochenende waren es z.B. noch 16°. Davon könnte sich Deutschland mal eine Scheibe abschneiden.
Da mein Kollege noch Student ist versuchten wir am Eingang auch für mich an die billigeren Studentenkarten zu kommen. Blöderweise fragte die Frau mich dann trotzdem nach meinem Ausweis und ich hatte nur einen längst abgelaufenen CBS-Ausweis dabei. Das die Frau an der Kasse den aktzeptiert hat kann eigentlich nur daran gelegen haben, dass sie keine Diskussionen heraufbeschwören wollte. Der von mir vorgezeigte CBS-Ausweis sieht nicht nur wie selber gemacht aus und sorgte selbst in Deutschland nicht selten für ein erstauntes Hingucken vom Fahrkartenkontrolleur, sondern war auch noch von 2007.
Die gesparten 500Y konnte ich auf dem völlig überteuertem Weihnachtsmarkt allerdings auch gut gebrauchen. Zunächst sind wir dann aber nach oben aufs Dach geeilt. Nach ca. 30-Minütiger Wartezeit waren wir dann endlich oben. Der Mori Tower von Roppongi Hills ist 238 Meter hoch und liegt nocheinmal 30 Meter über dem Meeresspiegel, sodass man von dort oben eine sehr passable Aussicht hat; wenn nicht sogar die Beste von ganz Tokyo. Oben an der frischen Luft lief Weihnachtsmusik und es gab weihnachtliche Lichtdeko zur Aussicht. Was ich an Tokyo so beeindruckend finde ist die schiere Größe der Stadt. So weit das Auge blicken kann nur Stadt und Wolkenkratzer.

Dank Vincent, der eine Kamera dabei hatte, kann ich euch also diese Bilder mit der fantastischen Aussicht präsentieren.

Blick auf den Tokyo Tower und Tokyo Bay

Hinten die Skyline von Shinjuku, die dunklen Flecken sind der Yoyogi und Shinjuku Park


Die Strasse von Roppongi direkt nach Shibuya. Durch die vielen Bildschirme und Leuchtreklamen ist Shibuya, wie Shinjuku auch nachts besonders Hell am leuchten.

Nachdem uns der Hunger zum Weihnachtsmarkt getrieben hatte stellten wir mit Freude fest, dass es auch einige deutsche Spezialitäten gab. Neben dem nicht ganz so deutschem "German Curry-Dog" gab es aber auch Würstchen, Brezeln und Weizenbier. Letzteres allerdings zu Preisen, die das Oktoberfest wie eine Wohltätigkeitsveranstaltung aussehen lassen:
1500Yen (ca. 12€) für eine Flasche 0,5l Franziskaner. Das dunkle gabs immerhin schon für 1200Y. Also investierte ich mein beim Eintritt gespartes Geld direkt wieder in ein Stück Heimat.

Ah Franziskaner Grill - Hier bin ich richtig.

Na dann, Prost!

*komisch guck*

Der Wunsch nach bezahlbarem Weizenbier trieb uns dann in den Supermarkt unter Roppongi Midtown. Roppongi Midtown ist mit ca. 248 m das höchste Gebäude der Stadt. Vermutlich weil es auch viele Wohnungen beinhaltet, gibt es einen herrvorragenden Supermarkt. Man könnte meinen, dass in Roppongi Midtown sehr viele deutsche Wohnen, denn in dem Supermarkt gibt es neben importiertem Schwarzbrot, Haribos, Becks, Weihenstefan Weizenbier auch noch viele andere Artikel mit deutscher Herkunft.
Zu meiner grossen Überraschung kostete ein Volvic 1,5l dort nur läppische 158Yen. In Higashimatsuyama bezahle ich mindestens 240Y, und als ich das letzte mal nachgeschaut hatte, war der Supermarkt hier nicht unter einem Super-Deluxe Wolkenkratzer.
In der Weinabteilung wurde einem dann aber schnell klar, welches Klientel in dem Supermarkt auch noch verkehrte.

´
Ich habe noch nie etwas so teures im Supermarkt gesehen.

Nachdem wir uns mit diversen Artikeln eingedeckt hatten, haben wir uns dann noch die Weihnachtsbeleuchtung im Garten angeschaut. Die war auch fantastisch. In einem grossen Rechteck waren unzählige blaue Lämpchen in gleichmäßigen Abständen aufgestellt.




Nachdem ich dann um 23 Uhr wieder in meinem Zimmer ankam, war ich doch ziemlich fertig. Aber der Tag hat sich echt gelohnt!
Tokyo zur Weihnachtszeit kann sich sehen lassen.

Donnerstag, 20. November 2008

Öffnungszeiten für Automaten???

Was mich heute mal wieder genervt hat... Unglaublich aber wahr, es gibt offensichtlich Öffnungszeiten für Geldautomaten in Japan. Nach 21 Uhr kann ich nämlich an bestimmten Tagen kein Geld mit meiner Bankkarte abheben. Nirgens; nicht in der Filiale der Bank selber nicht in Kombinis etc. Mit meiner Kreditkarte oder deutschen Sparkasse-Karte geht alles prima.
Kontoinhaber bestimmter Banken werden anscheinend diskriminiert, oder kann mir dafür jemand eine bessre erklärung geben?

Montag, 17. November 2008

Foto von der Arbeit


Hier ist ein Foto das letzte Woche gemacht wurde.
Zu sehen ein Grossteil der deutschen Praktikanten. Ich bin leider etwas versteckt, da ich nicht gesehen habe, dass rechts noch gut Platz frei war :/
Man beachte das gute Wetter. Heute waren es auch 18° :D
Heute werde ich mal etwas über meinen Arbeitsplatz schreiben.Dieser befindet sich wie schon beschrieben bei Bosch in Higashimatsuyama, wo sich das größte Werk von Bosch in Japan mit etwa 2000 Angestellten befindet.
Dieses ist in einem perfektem Rechteck angeordnet und die einzelnen Seiten sind ca. 300 bzw. 400 Meter lang. Theoretisch könnte man hier also perfekt joggen. Wenn ich nur nicht so faul wäre ^^
Und wenn die Autofahrer nicht so rabiat fahren würden. Ich hab echt das gefühl die einzigen die sich hier ans Tempolimit halten sind die Krankenwagen.
Früher hiess das Werk mal Zexel Industries, bevor es von Bosch aufgekauft wurde, allerdings findet sich der Name Zexel noch überall, auch wenn der Aufkauf wohl schon etwas her ist. Z.b. auf meinem Mülleimer oder auch auf dem Spielfeldboden in der Turnhalle.
Die Turnhalle ist auch sehr praktisch und beheimated zahllose Sportclubs, die sich dort regelmäßig treffen.
Ich mache gerade mit einem anderen deutschen Praktikanten beim Training des Tennisclubs mit,
gehe aber auch manchmal mit den anderen Basketball spielen. Den Tennisschläger konnte ich günstig in einem riesigen second-hand Shop für nur rund 20 Euro erwerben :D
Die Turnhalle steht, ähnlich wie das Ofuro im Wohnheim, rund um die Uhr zur Verfügung.
Nachts muss man sich dann allerdings unter Umständen einen Schlüssel vom Torwächter besorgen.
Ich arbeite jedenfalls in der Produktionskontrolle und Logistikabteilung. Im Raum hier arbeiten etwa 40 Leute und meine Abteilung besteht aus 9 Personen.
Die Sitzordnung ist typisch Japanisch. D.h. es gibt einen Grossen Tisch an dem sich auf jeder Seite 3 gegenübersitzen. An einem seperatem Schreibtisch der etwas vom Kopfende entfernt steht sitzt der Teamleiter (mein Supervisor).Der Mythos das Japaner lange arbeiten, ist scheinbar wahr: Mein Tischnachbar ist immer vor mir auf der Arbeit und in 1 1/2 Monaten ist es erst einmal vorgekommen, dass er vor mir nach Hause ist O_o
Allerdings nimmt er sich ab und an mal den Montag frei. Als ich ihn darauf angesprochen habe, meinte er das er das braucht weil er völlig fertig ist. Also dass sie sich niemals Urlaub nehmen scheint immerhin nicht ganz zu stimmen ^^
Er braucht auch eine Sondergenehmigung von der Gewerkschaft, dass er Freitags länger arbeiten darf.
Freitag ist nämlich "family day", da muss jeder schon um 17 Uhr gehen.
Nächstes mal erhzähle ich dann, was mir bishher alles so passiert ist ^^ und das war schon einiges :)
also bis dann.