Als in einer Rundmail bei Bosch bekannt gemacht wurde, dass bei Roppongi Hills ein Weihnachtsmarkt stattfindet und man dort derzeit sogar ganz oben aufs Dach gehen kann, beschloss ich kurzerhand mit einem Mitpraktikanten, Vincent, am Wochenende einen Ausflug dorthin zu machen.
Eigentlich hofften wir noch pünktlich zum Sonnenuntergang auf dem Dach anzukommen, aufgrund der 30-minuten Warteschlange hat dies aber dann nicht mehr geklappt leider. Es wird sehr schnell und früh dunkel in Japan. Dafür ist es Tagsüber immer noch sehr Warm teilweise. Letztes Wochenende waren es z.B. noch 16°. Davon könnte sich Deutschland mal eine Scheibe abschneiden.
Da mein Kollege noch Student ist versuchten wir am Eingang auch für mich an die billigeren Studentenkarten zu kommen. Blöderweise fragte die Frau mich dann trotzdem nach meinem Ausweis und ich hatte nur einen längst abgelaufenen CBS-Ausweis dabei. Das die Frau an der Kasse den aktzeptiert hat kann eigentlich nur daran gelegen haben, dass sie keine Diskussionen heraufbeschwören wollte. Der von mir vorgezeigte CBS-Ausweis sieht nicht nur wie selber gemacht aus und sorgte selbst in Deutschland nicht selten für ein erstauntes Hingucken vom Fahrkartenkontrolleur, sondern war auch noch von 2007.
Die gesparten 500Y konnte ich auf dem völlig überteuertem Weihnachtsmarkt allerdings auch gut gebrauchen. Zunächst sind wir dann aber nach oben aufs Dach geeilt. Nach ca. 30-Minütiger Wartezeit waren wir dann endlich oben. Der Mori Tower von Roppongi Hills ist 238 Meter hoch und liegt nocheinmal 30 Meter über dem Meeresspiegel, sodass man von dort oben eine sehr passable Aussicht hat; wenn nicht sogar die Beste von ganz Tokyo. Oben an der frischen Luft lief Weihnachtsmusik und es gab weihnachtliche Lichtdeko zur Aussicht. Was ich an Tokyo so beeindruckend finde ist die schiere Größe der Stadt. So weit das Auge blicken kann nur Stadt und Wolkenkratzer.
Dank Vincent, der eine Kamera dabei hatte, kann ich euch also diese Bilder mit der fantastischen Aussicht präsentieren.
Die Strasse von Roppongi direkt nach Shibuya. Durch die vielen Bildschirme und Leuchtreklamen ist Shibuya, wie Shinjuku auch nachts besonders Hell am leuchten.
Nachdem uns der Hunger zum Weihnachtsmarkt getrieben hatte stellten wir mit Freude fest, dass es auch einige deutsche Spezialitäten gab. Neben dem nicht ganz so deutschem "German Curry-Dog" gab es aber auch Würstchen, Brezeln und Weizenbier. Letzteres allerdings zu Preisen, die das Oktoberfest wie eine Wohltätigkeitsveranstaltung aussehen lassen:
1500Yen (ca. 12€) für eine Flasche 0,5l Franziskaner. Das dunkle gabs immerhin schon für 1200Y. Also investierte ich mein beim Eintritt gespartes Geld direkt wieder in ein Stück Heimat.
1500Yen (ca. 12€) für eine Flasche 0,5l Franziskaner. Das dunkle gabs immerhin schon für 1200Y. Also investierte ich mein beim Eintritt gespartes Geld direkt wieder in ein Stück Heimat.
Der Wunsch nach bezahlbarem Weizenbier trieb uns dann in den Supermarkt unter Roppongi Midtown. Roppongi Midtown ist mit ca. 248 m das höchste Gebäude der Stadt. Vermutlich weil es auch viele Wohnungen beinhaltet, gibt es einen herrvorragenden Supermarkt. Man könnte meinen, dass in Roppongi Midtown sehr viele deutsche Wohnen, denn in dem Supermarkt gibt es neben importiertem Schwarzbrot, Haribos, Becks, Weihenstefan Weizenbier auch noch viele andere Artikel mit deutscher Herkunft.
Zu meiner grossen Überraschung kostete ein Volvic 1,5l dort nur läppische 158Yen. In Higashimatsuyama bezahle ich mindestens 240Y, und als ich das letzte mal nachgeschaut hatte, war der Supermarkt hier nicht unter einem Super-Deluxe Wolkenkratzer.
In der Weinabteilung wurde einem dann aber schnell klar, welches Klientel in dem Supermarkt auch noch verkehrte.
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Ich habe noch nie etwas so teures im Supermarkt gesehen.
Nachdem ich dann um 23 Uhr wieder in meinem Zimmer ankam, war ich doch ziemlich fertig. Aber der Tag hat sich echt gelohnt!
Tokyo zur Weihnachtszeit kann sich sehen lassen.
