Montag, 17. November 2008

Foto von der Arbeit


Hier ist ein Foto das letzte Woche gemacht wurde.
Zu sehen ein Grossteil der deutschen Praktikanten. Ich bin leider etwas versteckt, da ich nicht gesehen habe, dass rechts noch gut Platz frei war :/
Man beachte das gute Wetter. Heute waren es auch 18° :D
Heute werde ich mal etwas über meinen Arbeitsplatz schreiben.Dieser befindet sich wie schon beschrieben bei Bosch in Higashimatsuyama, wo sich das größte Werk von Bosch in Japan mit etwa 2000 Angestellten befindet.
Dieses ist in einem perfektem Rechteck angeordnet und die einzelnen Seiten sind ca. 300 bzw. 400 Meter lang. Theoretisch könnte man hier also perfekt joggen. Wenn ich nur nicht so faul wäre ^^
Und wenn die Autofahrer nicht so rabiat fahren würden. Ich hab echt das gefühl die einzigen die sich hier ans Tempolimit halten sind die Krankenwagen.
Früher hiess das Werk mal Zexel Industries, bevor es von Bosch aufgekauft wurde, allerdings findet sich der Name Zexel noch überall, auch wenn der Aufkauf wohl schon etwas her ist. Z.b. auf meinem Mülleimer oder auch auf dem Spielfeldboden in der Turnhalle.
Die Turnhalle ist auch sehr praktisch und beheimated zahllose Sportclubs, die sich dort regelmäßig treffen.
Ich mache gerade mit einem anderen deutschen Praktikanten beim Training des Tennisclubs mit,
gehe aber auch manchmal mit den anderen Basketball spielen. Den Tennisschläger konnte ich günstig in einem riesigen second-hand Shop für nur rund 20 Euro erwerben :D
Die Turnhalle steht, ähnlich wie das Ofuro im Wohnheim, rund um die Uhr zur Verfügung.
Nachts muss man sich dann allerdings unter Umständen einen Schlüssel vom Torwächter besorgen.
Ich arbeite jedenfalls in der Produktionskontrolle und Logistikabteilung. Im Raum hier arbeiten etwa 40 Leute und meine Abteilung besteht aus 9 Personen.
Die Sitzordnung ist typisch Japanisch. D.h. es gibt einen Grossen Tisch an dem sich auf jeder Seite 3 gegenübersitzen. An einem seperatem Schreibtisch der etwas vom Kopfende entfernt steht sitzt der Teamleiter (mein Supervisor).Der Mythos das Japaner lange arbeiten, ist scheinbar wahr: Mein Tischnachbar ist immer vor mir auf der Arbeit und in 1 1/2 Monaten ist es erst einmal vorgekommen, dass er vor mir nach Hause ist O_o
Allerdings nimmt er sich ab und an mal den Montag frei. Als ich ihn darauf angesprochen habe, meinte er das er das braucht weil er völlig fertig ist. Also dass sie sich niemals Urlaub nehmen scheint immerhin nicht ganz zu stimmen ^^
Er braucht auch eine Sondergenehmigung von der Gewerkschaft, dass er Freitags länger arbeiten darf.
Freitag ist nämlich "family day", da muss jeder schon um 17 Uhr gehen.
Nächstes mal erhzähle ich dann, was mir bishher alles so passiert ist ^^ und das war schon einiges :)
also bis dann.

Donnerstag, 13. November 2008

Das Bosch Wohnheim in Higashimatsuyama

Es wird mal wieder Zeit das ich mich melde. Nach der Arbeit ist man meistens schon zu geschafft und will nur noch entspannen :)
Leider ist kurz nach der Ankunft mein PDA kaputt gegangen daher gibts keine Fotos derzeit :(
Ich hab es aber auch irgendwie herausgefordert gehabt. Der Akku war fast leer und ich wollte die Kamera starten. 2 Versuche gingen nicht und ich hab die Fehlermeldung bekommen das der Akku bald leer ist und daher die Kamera nicht gestartet werden kann ^^ Allerdings waren noch 8% der Batterie voll und ich dachte das muss doch klappen. Also habe ich es nocheinmal versucht und seitdem gibt das PDA kein Lebenszeichen mehr von sich :(

Als ich hörte, dass ich in einem Dormitory untergebracht bin, war ich zunächst skeptisch. Ich hatte irgendwie immer gedacht das diese vom Komfort unter den Guest Houses stehen. Aber da habe ich mich wohl getäuscht. Es lebt sich eigentlich ziemlich gut hier.
Das Haus ist ziemlich gross mit 3x2 Parallel laufenden Etagen und insgesamt ca. 90 Zimmern (wobei viele allerdings nicht belegt sind).
Es gibt eine Kantine in der es Morgens und Abends günstiges Essen gibt (Morgens 200Y ca. 1,50€ und abends 350Y ca. 2,50€). Das wird dann automatisch vom Gehalt abgezogen, sehr praktisch. Die ganzen deutschen Praktikanten (ca. 14 derzeit) essen meistens auch zusammen, das ist sehr gesellig und manplant z.B. auch gemeinsame Aktionen wie Sport oder Abends weggehen.
Allerdings ist das Frühstück und Abendessen manchmal stark gewöhnungsbedürftig.
In Deutschland gibts morgens immer Brot oder Müsli. Hier gibt es häufig warmen Reis und Fisch und Suppe zum Frühstück. Dabei schmeckt der Fisch teilweise sehr gewöhnungsbedürftig und manchmal ist auch noch der Kopf dran. Montags und Mittwochs sind also immer das Highlight, denn da gibt es Toast und Rührei oder Spiegelei. Es könnte auch Brot sein, denn das Japanische Brot unterscheidet sich vom dem was man als Toast praktisch nur im Namen. Das hat dazu geführt das ich Monats und Mittwochs immer unter keinen Umständen das Frühstück verpasse und an den anderen Tagen meistens noch etwas liegen bleibe.
Abends ist das Essen aber meistens in Ordnung. Reis gibts aber trotzdem immer. Theoretisch kann es einem passieren, dass man zu jeder Mahlzeit das gleiche ißt. Bzw. man könnte wenn man wollte. Also wenn es z.b. morgens Fisch mit Reis und Miso Suppe gibt, geht man Mittags in die Kantine im Werk und bestellt da Lunch A oder B (Meistens Fisch mit Reis und Miso Suppe). Abends gibt es dann eventuell auch wieder Fisch, in jedem Fall aber Reis mit Miso Suppe.
Gottseidank ist das Essen in der Kantine sehr gut. Es gibt immer ca. 10 verschiedene Essen zur Auswahl. Selbst wenn die anderen Menüs nix sind, ißt man Ramen (also Jap. Nudelsuppen) oder Curry das ist immer lecker.
Aber wieder zurück zum Wohnheim. Ganz Ausgezeichnet gefällt mir das Ofuro (Heisses Bad), das ca. 3x3m gross ist und Tag und Nacht mit Wasser gefüllt ist (Ausser wenn es gerade ausgetauscht wird). D.h. wenn man um 2 Uhr schlafen geht und man vorher noch ne Runde im Bad entspannen will ist das ohne Probleme und ohne lästiges Wassereinlassen o.ä. möglich.
So ein Ding will ich später auch einmal haben. Oder zumindest nen Pool ^^
Mein Zimmer ist leider leider im Japanischem Stil. D.h. Tatami Matten auf dem Boden, niedriges Mobilar und das schlimmste: Kein Bett. Japaner schlafen traditionell nämlich auf dem Boden und benutzen Futons. Das die nicht mit der Bequemlichkeit eines Bettes konkurrieren können ist wohl klar.
Einen Stuhl musste ich mir auch noch Organisieren, denn den Laptop vom Bett aus oder im Schneidersitz (lol) zu bedienen ist auf Dauer kaum machbar.
Der Tisch war auch viel zu niedrig, daher dient mein Koffer gerade noch als Unterlage damit ich überhaupt anständig den Laptop bedienen kann.
Ein Riesenvorteil dagegen ist auch dass mein Arbeitsplatz nur ca. 100 m vom Wohnheim entfernt liegt. Das bedeutet:
Länger Schlafen,
Kein Stress in der Bahn o.ä.,
Mieses Wetter ist praktisch egal (auch wenn es bisher immer schön war; heute z.B. 18°...wenn ich da an den letzten Winter in Deutschland denke).
Dadurch ist man auch viel besser gelaunt und motivierter, das macht echt viel aus.
Wenn ich im nächsten Jahr irgendwo anfange zu Arbeiten werde ich auch in jedem Fall direkt neben dem Arbeitsplatz versuchen eine Wohnung zu bekommen. Sehr bequem das Ganze.
Aber von meinem Arbeitsplatz erzähl ich euch dann beim nächsten mal ^^
Ich versuch aufjedenfall bis zum Wochenende noch einen Beitrag zu schreiben um mal etwas aufzuholen.



Der Aufenthalt hier im Wohnheim wird von der Firma bezahlt.

Sonntag, 2. November 2008

Back in Japan

Soo es wird mal wieder Zeit mich zu melden. Ich bin jetzt seit nunmehr einem Monat wieder in Japan zwecks eines Praktikums bei Bosch. Diesmal bin ich aber leider nicht genau in Tokyo sondern etwas ausserhalb in Higashimatsuyama. Das liegt etwa 50 km oder 1 std. Zugfahrt von Tokyo entfernt.

Dann versuche ich mal den letzten Monat aufzuholen: Nach den Erfahrungen des ersten Fluges bin ich bin diesmal mit Lufthansa direkt von Frankfurt geflogen. Leider musste ich früh am Morgen schon mit dem ersten ICE von Köln aus zum Flughafen obwohl mein Flieger erst Mittags ging. So wurde es schon wieder nichts mit ausschlafen.

Im Flieger dann musste ich mit Schrecken feststellen, dass ich offenbar in einer der wenigen Maschinen gelandet war, in der es kein persönliches Unterhaltungssystem gab sondern lediglich ein paar uralte Bildschirme im Gang. Mein mp3 Player hat einen Tag vorher seinen Geist aufgegeben und so wusste ich das ein seeehr langer Flug auf mich zukommen würde.



Mein Sitzplatz war dafür ganz Interessant; ich saß auf dem hintersten Fensterplatz links. Blöderweise nahm eine Japanerin direkt neben mir Platz. Wer letztes mal aufgepasst hat weiss, dass Japaner immer und überall schlafen können. Und so war meine Nachbarin praktisch den ganzen Flug mit schlafen beshcäftigt. Und da ich es nicht übers Herz gebracht hab sie jedesmal aufzuwecken wenn ich mir etwas zu Trinken/Essen holen wollte beschränkte ich meine Ausflüge ausserhalb meines Sitzplatzes. Der Flug wurde also nocheinmal länger...
Um die Unterhaltungskatastophe perfekt zu machen, liefen alles Filme die ich schon kannte oder mich nicht interessierten. Schlafen konnte ich auch nicht anständig. Der einzige Lichtblick war das Radio, das mit rund 15 Kanälen einigermaßen aktzeptable Musik bot.

Japan in Sicht ^^

Beim Anflug auf Narita war vom Boden nichts zu sehen. Ab ca. 4000 Meter fing eine Wolkendecke an, die bis ca. 100 Meter über dem Boden reichte. Natürlich war es am Regnen.


Nachdem ich letztes mal mit dem Narita "Bummelbahn" Express nach Tokyo bin entschied ich mich diesmal für eine Busreise. Am Busbahnhof wurde mir mal wieder schnell klar, wie hier die niedrige Arbeitslosigkeit erreicht wird. Pro Bushaltestelle waren 3 Leute für die wartenden Personen zuständig. 2 fürs Gepäck und eine Ansagerin. In Deutschland heisst es wer seinen Bus nicht rechtzeitig kriegt, hat halt pech gehabt.
Und ich wurde positiv überrascht, denn das Fahren mit dem Bus war kaum langsamer als mit der Bahn (wenn nicht sogar schneller) und führte mitten durch das Zentrum von Tokyo. Dort sind die Autobahnen teilweise 3 Stöckig und ganz oben kann man schon schöne Bilder machen. Im Bus waren natürlich alle ausser mir am Schlafen, bis auf einer Erkälteten Frau, die mit ihrem in zeitlich regelmäßigen Abständen wiederkehrendem Husten dafür sorgte, dass ich auf keinen Fall schlafne konnte.
Lustig waren aber auch die Maudstationen überall. Im Gegensatz zu Deutschland ist es nicht kostenlos auf der Autobahn zu fahren; es ist sogar recht teuer. Für eine einfache Fahrt von Tokyo bis Osaka (ca. 400 km oder so) z.B. muss man schon 10000 Yen (ca. 80 Euro) hinlatzen.



Das war entweder Edogawa oder das Meer das die Künstlichen Inseln in Tokyo trennt ^^



In Ikebukuro angekommen, einem der 5 grossen Bahnhöfe in Tokyo, telefonierte ich mit meiner Kontaktperson bei Bosch und nahm die Toju-Tobu Line nach Higashimatsuyama.
Dort wurde ich auch gleich von Hiraiwa-san empfangen, der für die Betreuung der Ankömmlige zuständig ist. Er war sehr nett, allerdings fand ich es nich so lustig dass er dann jedem erzählte ich sei wegen Animes hierher gekommen obwohl ich nur nur meinte das ich Animes mag :) (Ähnliches scheint wohl immer vorzukommen, so hat er den Japanischen Pass eines Halbjapaners ersteinmal im ganzen Büro rumgezeigt, weil es ja so erstaunlich ist das ein Deutscher auch einen Japanischen Pass hat).
Im Wohnheim bezog ich dann mein Zimmer (ca. 9m²). Über das Wohnheim erzähl ich dann beim nächsten mal.