Gegen Mittag erhielt ich die Mitteilung von British Airways, das mein Gepäck nun endlich eingetroffen sei, und dieser zwischen 4 und 7 geliefert werden würde. Kaum zu fassen, ich hatte meinen Koffer schon bei irgendwelchen Auktionen von nicht abgeholtem Gepäck gesehen. Da wir also in der nähe bleiben mussten, erkundeten wir ein wenig den Stadteil Nerima, in dem wir wohnen. Hier ist alles etwas kleiner und ruhiger als im Zentrum und wir suchten uns ein geselliges ramen Restaurant, in dem wir für 550 yen (etwa 3 euro) zu Mittag aßen. Essen ist sehr günstig in Tokyo. Es gibt kein Trinkgeld, die Mehrwertsteuer beträgt 5% und der Umrechnungskurs ist für Europäer derzeit extrem vorteilhaft. Rechtzeitig um 3 Uhr war ich zurück im Yoshida House, und wartete... Natürlich kam der Koffer erst um 7. Aber immerhin kam er überhaupt. Meine Klamotten waren natürlich restlos zerknittert, aber wenigstens vollständig vorhanden. Der Zoll schien den Koffer auch nicht durchsucht zu haben (Da hätten sie Spaß gehabt, ihn wieder ordentlich zu zu kriegen).
Abends setzte ich mich weiter an den Rechner um einige der gemachten Bilder hochzuladen. Also ein wahnsinnig spektakulärer Tag.
Mittwoch, 6. Juni 2007
4.6. 2007 - Shibuya, Roppongi - Alexander
Leider hatte keiner von uns an diesem Tag eine Kamera dabei, weshalb die Bilder nachgereicht werden..irgendwann :)Auf dem Weg nach Roppongi stiegen wir in Ginza aus, um uns das Luxusviertel anzuschauen.
Neben der üblichen Gigantomanie gibt es auch jede Menge Seitenstraßen, mit weiteren normalen Geschäften und Restaurants. Da wir aber früh in die Bars gehen wollten, um die Japaner nach der Arbeit beim Saufen zu beobachten, machten wir uns schnell weiter auf nach Roppongi. Unser 2. Tag dort verlief trotz vorheriger Planung wenig erlebnisreich. Trotz aller Bemühungen wie vorherige Auswahl von Zielen sowie das Durchlesen von Erfahrungsberichten unterlief uns ein folgenschwerer Fehler: Wir waren an einem Montag und viel zu Früh dort. Als wir um 8 Uhr in die seit 2 Stunden geöffnete und mitten im Zentrum von Roppongi gelegene Madhouse I Bar gingen, waren wir die EINZIGEN Gäste. Das hatte zwar den Vorteil, das wir die ungeteilte Aufmerksamkeit der 5 Angestellten hatten, jedoch war die Stimmung recht mau. Nach einem Bier suchten wir schleunigst das Weite. Also gingen wir weiter, nicht ohne jedoch an jeder Ecke wieder von irgendwelchen Nappern die uns in ihre Host "Topless" Bars kriegen wollten angesprochen zu werden. Hier konnten wir neue Techniken eroproben, diese schnellstmöglichst loszuwerden. Dadurch haben wir sie schon auf 4000 yen für 90 minuten runtergehandelt, mal schauen was da noch geht ^^. Als wir schließlich vor dem berüchtigtem Gaspanic Club ankamen mussten wir leider feststellen, das dieser bis August geschlossen hat und vor dem Ersatzclub tummelten sich 4 Mitarbeiter, von Publikum keine Spur. Also zogen wir weiter nach Shibuya. Da es keine direkte Verbindung zwischen Shibuya und Roppongi gab, und diese auf der Karte recht nah beinander Lagen, beschlossen wir, eine Station weiter, bis Ebisu, zu fahren und von dort aus zu Fuß zu laufen. Dies dauerte letztendlich aber mindestens genau so lange...
Nachdem wir uns zur Shibuya Kreuzung durchgefragt hatten, bot sich uns ein beeindruckendes Bild (bekannt aus Lost in Translation). Shibuya Crossing ist die Größte der Welt; zusätzlich zu den normalen Überwegen gibt es hier noch einen 5. quer über die Kreuzung. Und dieser wird dringend benötigt, denn jede Ampelphase überquerten mehrere hundert Menschen die Kreuzung (Und wir waren nichtmal zur Hauptverkehrszeit da). Um die Kreuzung herum gibt es viele sehr hohe Gebäude, mit riesigen Monitoren, Plakaten und Leuchtreklamen. Das vorherrschende Thema war das baldige Anlaufen des Films 300, dessen Trailer die ganze Zeit über auf 2 Bildschirmen lief. Um das ganze besser überblicken zu können, machten wir uns auf in den am anderen Ende der Kreuzung gelegenem Starbucks, von dessen 2. Stock aus man eine perfekte Sicht auf die Kreuzung hat. Ich bestellte mir einen Weiße-Schokolade-Kakao für 380 yen (glaubich) und genoss die Aussicht. Interessant ist auch, das neben den 2 Angestellten hinter der Theke, nocheinmal 3 davor standen und den Kunden in der Warteschlange die Karte reichten, die Bestellung aufschrieben und weiterreichten, und anschließend das Getränk brachten. DAS ist Service.
Dienstag, 5. Juni 2007
3.6.2007 - Der 2. Tag - Christoph
15 Stunden später, um 13 Uhr sind wir dann auch wieder aufgewacht. Der Koffer war immer noch nicht da, aber dank British Airways hatte ich zumindest frische Socken und ne Zahnbürste. Sowas schönes aber auch! Den Rest hab ich mir dann gleich besorgt, habe mir auch ein T-Shirt gekauft wobei ich bei der Anprobe darauf aufmerksam gemacht wurde meine Schuhe vor der Umkleidekabine auszuziehen. Achja… 5% Mehrwehrtsteuer… 5%! FÜNF! Nicht NEUNZEHN! ;) Und irgendwann gegen 16 Uhr sind wir dann auch mal losmarschiert. Haben uns ein Monatsticket für die Metro besorgt und mussten uns dann auch keine Gedanken mehr machen wo wir hinfahren, also, schwups, einfach in irgendeine Bahn, losgefahren und schauen wo wir rauskamen. Irgendwo im Zentrum sind wir dann ausgestiegen und hatten auf einmal überall Hochhäuser um uns herum, umso überraschender war es als wir plötzlich einen gewaltigen Park vor uns hatten, da war er auch schon, der Kaiserpalast. Das Gelände ist einfach gewaltig, und ich glaube ich kann es auch garnicht wirklich beschreiben, am besten wir lassen einfach die Bilder wirken! Auf jedenfall sind wir ganz schön lange drum herum gewandert.






Dann gings wieder in die Metro, das Ausländerviertel Roppongi war es diesmal, und ganz den zahlreichen Warnungen entsprechend wurden wir tatsächlich von mindestens 10 Schwarzen angesprochen die diverse Clubs anpriesen. Und jedesmal wurden wir in ein unnötiges, aber trotzdem irgendwie lustiges Gespräch verwickelt. Alle fragten uns was wir heute vorhaben, und keiner wollte sich damit zufrieden geben das wir uns nur umschauen. In jedem dieser Clubs gabs angeblich nette Mädchen und die abartig hohen Preise wurden mit „But it‘s topless!!“ gerechtfertigt („Freigetränke“ für 90Minuten zu einem Spottpreis von 5000 Yen (knapp 35 Euro)). Naja, irgendwie haben wir uns doch immer wieder rausgeredet, von einfach weiterlaufen bis hin zu schwul haben wir wohl alle Argumente durchprobiert. Irgendwie haben wir es dann in eine schöne kleine Bar im 7. Stock eines Hochhauses geschafft und dort gemütlich etwas getrunken. Denn während sich bei uns die meisten Läden maximal im 1. oder 2. Stock befinden ist es dort gar keine Seltenheit das neben dem großen Plakat eines Clubs der Hinweis steht das er sich im 13. Stock befindet. Dort haben wir dann den Abend auch ausklingen lassen. Auf dem Rückweg haben wir dann auch noch gesehen das hier sogar die Arbeiter an den Baustellen lustige Uniformen tragen, und die Straßenabsperrungen sind so exakt platziert und lassen den Autofahrern soviel Platz, das man als deutscher Autofahrer fast richtig neidisch wird. Autos sind dann auch noch ein Punkt der hier wirklich auffällt, denn hier fahren fast nur Japanische Autos (In der Reihenfolge Toyota, Honda, Mitsubishi) und ansonsten Deutsche (Reihenfolge BMW, BMW ;) Mercedes, VW).Im Guesthouse angekommen gab es dann noch ne erfreuliche Nachricht! Mein Koffer ist da… aber leider nur meiner, der von Alex fehlt natürlich immer noch. Nein Christoph, bloß keine Schadenfreude..hihihi.
Toll ist auch die Hilfsbereitschaft der Japaner, wir hatten so allerhand dumme Fragen und haben einfach die nächst besten Passanten angesprochen und wo wir wohl zuhause mit einer knappen Antwort oder einem „Habe keine Zeit“ abgewimmelt worden wären, wurde hier noch keiner müde uns etwas zu erklären. Beispielsweise hatte Alex versucht an einem öffentlichen Telefon nach Hause zu telefonieren, was sich etwas schwierig erwies da man dort noch eine extra Nummer vor der Länderkennzahl eingeben muss, was wir allerdings bis dahin nicht wussten. Nachdem er also eine Weile am Telefon herumgetippt hatte, sprach er einfach zwei Passantinnen an, die es zwar genauso wenig wussten, aber eifrig mithalfen es herauszufinden. Ja, sie haben sogar für uns bei der Servicehotline angerufen und nachgefragt! So hats dann doch noch geklappt, war zwar keiner zuhause, aber trotz allem ein Erfolgserlebnis ;)
Dann gings wieder in die Metro, das Ausländerviertel Roppongi war es diesmal, und ganz den zahlreichen Warnungen entsprechend wurden wir tatsächlich von mindestens 10 Schwarzen angesprochen die diverse Clubs anpriesen. Und jedesmal wurden wir in ein unnötiges, aber trotzdem irgendwie lustiges Gespräch verwickelt. Alle fragten uns was wir heute vorhaben, und keiner wollte sich damit zufrieden geben das wir uns nur umschauen. In jedem dieser Clubs gabs angeblich nette Mädchen und die abartig hohen Preise wurden mit „But it‘s topless!!“ gerechtfertigt („Freigetränke“ für 90Minuten zu einem Spottpreis von 5000 Yen (knapp 35 Euro)). Naja, irgendwie haben wir uns doch immer wieder rausgeredet, von einfach weiterlaufen bis hin zu schwul haben wir wohl alle Argumente durchprobiert. Irgendwie haben wir es dann in eine schöne kleine Bar im 7. Stock eines Hochhauses geschafft und dort gemütlich etwas getrunken. Denn während sich bei uns die meisten Läden maximal im 1. oder 2. Stock befinden ist es dort gar keine Seltenheit das neben dem großen Plakat eines Clubs der Hinweis steht das er sich im 13. Stock befindet. Dort haben wir dann den Abend auch ausklingen lassen. Auf dem Rückweg haben wir dann auch noch gesehen das hier sogar die Arbeiter an den Baustellen lustige Uniformen tragen, und die Straßenabsperrungen sind so exakt platziert und lassen den Autofahrern soviel Platz, das man als deutscher Autofahrer fast richtig neidisch wird. Autos sind dann auch noch ein Punkt der hier wirklich auffällt, denn hier fahren fast nur Japanische Autos (In der Reihenfolge Toyota, Honda, Mitsubishi) und ansonsten Deutsche (Reihenfolge BMW, BMW ;) Mercedes, VW).Im Guesthouse angekommen gab es dann noch ne erfreuliche Nachricht! Mein Koffer ist da… aber leider nur meiner, der von Alex fehlt natürlich immer noch. Nein Christoph, bloß keine Schadenfreude..hihihi.
2.6.2007 Japan – Tokyo - Christoph
Gute Nachricht: Ich hab die Wette gewonnen! - Schlechte Nachricht: Das bedeutet unsere Koffer sind noch nicht da! Wusste das das mit den Virgin Leuten nicht klappt, die haben wohl versucht uns zu sabotieren. Aber egal, man kann ja nicht alles haben! Zumindest bedeutet das wir müssen die Dinger nicht durch die ganze Stadt schleppen sondern bekommen sie gebracht, auch gut! Die Frau vom BA Service war auch gleich mal ungleich freundlicher als die in Deutschland und England und die Sicherheitskontrollen waren praktisch gar nicht vorhanden. So sind wir dann auch recht schnell aus dem Flughafen rausgekommen, noch schnell an den Ticketschalter der Bahn (An dem 4 kleine Japanerinnen in lustigen bunten Uniformen saßen! Damit sahen die auch fast so aus wie Manga-Figuren) und dann ab mit dem Zug zur Unterkunft. Das war zwar auch nicht ganz leicht, da in Tokyo verschiedene Bahnlinien fahren und man ab und an mal zu einer anderen Wechseln muss, aber wir haben es glücklicher weise recht schnell durchschaut. Denn die meisten Informationen sind auch auf Englisch verfügbar.


Ich weiß dabei allerdings nicht was mich nun mehr irritieren soll, dass die Ticketautomaten in Tokyo schon relativ alt sind, oder das sie trotzdem wesentlich besser, übersichtlicher und einfacher zu bedienen sind als bei uns? Letztendlich kamen wir dann auch gut am Yoshida House (unserem Guesthouse) an. Das Gebäude ist direkt hinter einem Buddhistischen Tempel und, wie wir erfuhren, eines der ältesten in der Gegend… so sieht es zwar auch aus, aber das macht nichts ;) Alles typisch Japanisch, Matten am Boden, Schiebetüren usw. Jeder von uns hat ein kleines Zimmer und Küche und Bad sind im Gemeinschaftsbereich.
Nach einer kurzen Unterhaltung mit ein paar anderen Bewohnern, zwei anderen Deutschen, beide schon länger als 2 Jahre hier, haben wir uns erst einmal die Gegend angeschaut und sind gleich nochmal los in die Stadt. Denn Geld brauchten wir auch noch, und einen Bankautomaten zu finden der unsere europäischen Kredit bzw. EC Karten akzeptiert war dann doch etwas schwerer als erwartet. Aber nach langem suchen hat dann auch irgendwann geklappt.
Wieder im Yoshida House angekommen gings dann auch gleich ins Bett. Um 22 Uhr, nach so einem Tag ist man eben doch ganz schön müde!
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