Samstag, 9. Juni 2007

8.6.2007 - Shinjuku - Park Hyatt Hotel - Alexander

Auf mein Drängen hin machten wir uns auf, heute in die New York Bar zu gehen Die Bar ist bekannt aus dem Film Lost in Translation und liegt im 52. Stock des Park Hyatt Hotels.





Live Musik und gute Aussicht, laut Reiseführer freier Eintritt bis 8 uhr Abends. Das klang vielversprechend. Eigentlich wollten wir vorher noch ins ebenfalls in Shinjuku gelegene Tokyoter Rathaus und auf die kostenlose Aussichtsplattform, jedoch starteten wir erst um 5 Uhr vom Yoshida House aus, sodass wir diesen Plan ersteinmal verschieben mussten.



Shinjuku Station ist der beschäftigste Bahnhof der Welt; mehrere Millionen Menschen kommen hier jeden Tag durch. Das konnte man sehen, nicht nur war die Bahn mit der wir dort ankamen rappelvoll, sondern auch im Bahnhof selbst sah man nur noch Menschen.




Glücklicherweise fanden wir irgendwie sogar den richtigen Ausgang. Nicht leicht, da japanische Bahnhöfe schonmal 40-50 verschiedene davon haben und sich über Kilometer erstrecken können. Z.B. Shibuya hat 43 Ausgänge, die auf einer Tafel einsehbar sind:



Als wir schließlich den Bahnhof verließen, bemerkten wir schnell, wieso hier so viele Menschen verkehrten. Wir waren mitten im Wolkenkratzer Viertel gelandet.

Die Orientierung fiel jedoch leider nicht gerade leicht. Auf den Übersichtskarten war das Park Hyatt Hotel nicht auszumachen und ich musste mich mal wieder durchfragen. Dabei erfuhren wir, das wir bis zum Hotel noch ein gutes Stück zu laufen hatten.


Nach etwa 10 Minuten Fußmarsch war dann das Park Hyatt Hotel in Sicht.


Der Aufzug benötigte etwa 30 Sekunden (oder noch weniger) vom 2. bis zum 41. Stockwerk, das war schon beeindruckend. Noch beeindruckender war allerdings bereits die Sicht, die sich dort bot. Als wir jedoch nach Umsteigen im 52. Stockwerk ankamen, mussten wir erfahren, das aufgrund der Live Musik ein Eintritt von 2000 Yen (ca. 13 Euro) erforderlich ist. Nach kurzem Zögern, überredete ich Christoph sich trotzdem hineinzusetzen. Wir erhielten einen Platz nahe der Fenster mit Sicht auf Süd-Ost Tokyo. Traumhaft.




Ab 8 Uhr gab es schöne live Musik, womit die 2000 Yen Eintritt gar nicht mal so ungerechtfertigt waren.


Denn in der Prime Time, heißt es nur Suntory time....Der Whiskey war mir zu teuer :D




Hätte mein Cocktail nicht 1600 Yen gekostet, wäre er wahrscheinlich mit 3 Schlücken weg gewesen...
Die schwarze Schale war übrigens immer mit Knabberzeugs gefüllt und wurde laufend wieder aufgefüllt. Da wir beide noch nichts gegessen hatten, machten wir uns darüber her. Insagesamt durfte der Kellner 4 Schälchen bringen hehe. Der Teuerste Whiskey auf der Karte kostet übrigens 67.000(!)Yen (ca. 400 Euro) und ist 52 Jahre alt.




Bei der Rechnung durften wir dann nocheinmal staunen. 11500 Yen für insgesamt 3 Bier und 2 Cocktails und 2x Eintritt; denn auf alles kam nocheinmal eine "Service Fee" von 10%, quasi das Gegenstück zum Trinkgeld.

So gegen 10 uhr machten wir uns dann wieder auf den Weg, leider waren die Züge vollkommen überfüllt. Jetzt weiß ich, was 200% Auslastung bedeutet (Anm. Christoph: Jaja, es hat schon was für sich mal zwischen 4 Japanerinnen eingequetscht zu sein... So fährt man gerne Bahn!). Alle versuchten noch wie wir, die letzten Züge in Richtung Hause zu kriegen, da Christoph unbedingt noch etwas Trinken wollte, musste ich ihm auch noch Geld leihen tsts (Anm. Christoph: Wieder hatte die Neugier gesiegt, irgend ein Orangenwassergetränk fand mein Interesse... dem Geschmack nach zu Urteilen war es Wasser, mit Orangengeschmack und Zucker.... Zucker und Zucker... Dann noch etwas Zucker...). Auf 20 Einwohner kommt in Tokyo übrigens ein Automat der unten abgebildeten Art...

Freitag, 8. Juni 2007

7.06.2007 - Shibuya 3: Die Hohe Kunst des Origami oder Wie falte ich einen Mülleimer? - Christoph

Wer behauptet längere Ladenöffnungszeiten bringen nichts, der liegt falsch, denn sie führen eindeutig zu höherem Konsum… zumindest bei mir… so hat mich „der kleine Hunger“ heute Nacht um 1 Uhr dazu bewogen noch einmal zum Convinient Store zu laufen (Anm. Alexander: mich auch) (in dem wieder 2 Angestellte tätig waren!) und noch ein paar Besorgungen zu tätigen. Was die Einkäufe angeht weiß ich allerdings noch nicht ob es eine masochistische Ader, der Glücksspieler in mir oder einfach nur Interesse ist das mich dazu bewegt die Produkte auszuwählen: „Das kann ich nicht lesen, habe ich noch nie gesehen, sieht seltsam aus, nehm ich.“ Ist dabei der gewöhnliche Vorgang. Tja und mit einer 50/50 Chance ist es dann auch meist entweder etwas das sehr lecker schmeckt oder aber auch etwas das man wirklich am liebsten wieder wegschmeißen würde. Die Grüner-Tee-Kekse die ich heute Nacht gekauft habe lagen glücklicherweise gerade noch an der Grenze, aber so ein Glück kann man ja nicht immer haben!


Nachmittags sind wir dann mal in ein Restaurant gegangen „Coco’s – We’re cooking for you“, das ist genau der Werbeslogan der bei zwei faulen Studenten zieht. Auch hier gab es eine interessante neue Erfahrung die mit der Frage „Was ist denn das da?“ begann. Denn auf der Ablage, auf der auch Speisekarte, Salz etc. abgestellt waren lag so ein kleines braunes, halb rundes Ding mit einem weißen Knopf oben drauf. Klar, das man da auch mal dran rumspielen muss, irgendwie muss man ja herausfinden was das ist. Was wir allerdings nicht erwarteten war das dem Druck auf dem weißen Knopf ein „DINGDONG!“ an der Kasse folgte und uns nur kurz darauf die Kellnerin nach unseren Wünschen fragte. Na wenn das nicht die optimale Lösung für das „Kellner kommt nicht“ Problem ist…


Tja, auf dem anschließenden Besuch im Supermarkt stach mir dann so eine grüne Flüssigkeit ins Auge, na, wie das wohl schmeckt? „Melon Cream Soda“ …musste ich einfach probieren… War aber irgendwie ein Fehler! ;) Schmeckt sehr sehr süß und irgendwie nach Kaugummi…(Anm. Alexander: Grün = giftig, kennste doch)




Naja, aber die eigentlichen Ereignisse spielten sich dann erst Abends bzw. Nacht ab, denn nach einem gemütlichen plausch mit ein paar anderen Bewohnern des Yoshida House, sind wir beide dann noch einmal nach Shibuya gegangen. Um ca 24 Uhr waren wir dort, mit der letzten Bahn, d.h. bis um 6 Uhr durchhalten. Klar, das schaffen wir.





Erstmal sind wir natürlich rumgeirrt, was war auch anderes zu erwarten. Und natürlich wurden wir wieder angesprochen, diesmal waren es aber keine Schwarzen, sondern sogar gutaussehende Japanerinnen, doch auch die waren nur hinter unserem Geld her (wenn die wüssten wie wenig wir davon haben ...) und haben uns eine Massage angeboten. Natürlich haben wir sie abgewimmelt, und bei ihnen stellte sich das auch glücklicherweise als nicht ganz so schwer heraus. Lediglich eine ist uns etwas hinterhergelaufen, ich hatte ihr Angebot erst mit einem kopfschütteln abgetan und bin weiter gelaufen, dann bemerkte ich nach einer weile das sie ja immernoch hinter uns her läuft und quasselt „Keine Sorge, ich bin Japanerin.“ Gut, das sollte wohl ein Beweis der Seriosität ihres Angebotes sein, aber, trotzdem kein interesse. Tja, dann ging es in den Gaspanic Club, hatten im Internet gelesen das der ja ganz gut sein soll und die „Happy Hour – All Drinks 400 Yen“ hat uns überzeugt, also sind wir rein. War allerdings nicht ganz unser Geschmack, also sind wir nach dem ersten Bier auch wieder raus… und nach etwas Fußweg glatt in einen anderen Gaspanic Club, mal schauen ob die beide gleich sind. Ja, sind sie, nur der war schlimmer. Also, wieder was getrunken, wieder raus.



Nach dieser Erfahrung sind wir dann also erstmal was essen gegangen, Mc Donalds, was denn auch sonst. Haben bestellt, sind hinunter in den Sitzbereich gegangen und haben wieder etwas nettes herausgefunden. Was glaubt ihr machen Japaner Nachts um 1 Uhr im McDonalds? Na? RICHTIG! Schlafen! Was denn auch sonst, hätte uns auch schon irgendwie seltsam vorkommen müssen das über Lautsprecher nur schöne Schlafmusik lief, aber da unten lagen die wirklich in Massen an den Tischen.



Nach dem Essen gings dann weiter, und diesmal haben wir tatsächlich einen Volltreffer gelandet! Eine kleine Bar, „The Oil Bar“ die ich hiermit jedem der vorhat mal nach Tokyo zu gehen wärmstens empfehlen möchte! Es war schon halb 2 und die Bar hat offiziell nur bis 4 Uhr geöffnet, trotzdem sind wir dort bis halb 6 gewesen. Der Barkeeper hat uns gleich auf Englisch begrüßt, wir haben uns hingesetzt sie haben uns die Preise genannt und erst haben wir etwas überlegt, haben uns dann aber trotzdem an die Bar gesetzt. Bis auf den scheinbaren Besitzer der Bar, eine Barkeeperin, eine Besucherin und einen Geschäftsmann, der sich dann auch gleich verabschiedet hat war schon garnichts mehr los. Das hat sich dann aber als äußerst günstig erwiesen. Denn so kam uns beiden natürlich die ganze Aufmerksamkeit zuteil. Als rauskam das Alex Japanisch kann war die Begeisterung schon sehr groß und ich hab mich prima mit der Frau neben mir auf englisch unterhalten (Ayako, 33). Und es war wirklich witzig. Die Drei haben uns so allerhand erzählt und uns schön ausgefragt über Deutschland, und warum wir hier sind, was wir machen usw.



Irgendwann hat mir Ayako dann etwas über Japanische Kultur erzählt, und wollte mir Origami zeigen, hat versucht einen Kranich zu falten, konnte sich aber erst nichtmehr dran erinnern. Also hat sie es nach einigen Versuchen erstmal aufgegeben, und mir einen Mülleimer gefaltet. „Tradititional Japanese Origami Trash Can.“ Und mir auch gleich mal gezeigt wie das geht. Tja, irgendwann hat das mit dem Kranich dann doch geklappt, und nach der ganzen begeisterung hab ich mittlerweile vier davon, einen sogar selbst gefaltet! Tja, noch 999 und meine Wünsche gehen in Erfüllung (Auch ein Japanischer Brauch, 1000 Kraniche falten…).



Beim gehen haben wir dann noch kleine Karte mit ner Wegbeschreibung zur Bar bekommen, wir sollen auf jedenfall wieder kommen, und ja, das werden wir auch, dort war es wirklich super!




Anm Alexander:
Ja, der Abend in der Bar war schon echt cool. Wir waren zuerst skeptisch als wir draußen vor dem Eingangsschild standen und wollten ersteinmal hereinschauen. Als wir dann vor der Tür standen sah es eher leer aus und wir wären wohl wieder gegangen, doch sie winkten uns herein und wir folgten der Einladung. Obwohl sie teilweise nur rudimentäres Englisch konnten, bemühten sich alle es trotzdem zu sprechen. Hier konnte ich auch meine Japanisch Kentnisse gut verbessern und gute Insidertipps erhalten (Für Nampa z.b. hehe). Interessanterweise schienen auch alle mit Animes vertraut zu sein; alle waren überrascht zu hören, das ich auch Nodame Cantabile und Death Note schaue, die derzeit im Japanischen Fernsehen laufen. Neben der Tatsache, das wir Ausländer waren, waren weitere Attraktionen des Abends meine große Nase (Oooh die ist aber Groß, und fühlt sich ganz anders an -_-) und blonden Haare (kireeei, Goldene Haare, darf ich mal anfassen??) :)

Donnerstag, 7. Juni 2007

Kurioses aus dem Japanreich

Handys: 99,9% aller Handys sind Klapphandys (erst ein Schiebehandy gesehen).

Beschäftigungen der Japaner in der Bahn: Schlafen, Mp3, Handy, Lesen (in der Reihenfolge).

Autos: 90% Japanische Marken 9% Deutsche :) Taxi's gibt es in allen Farben, je nach Gesellschaft.

Bahn fahren: Alle Züge 100% Pünktlich!!! Da sage nochmal einer, Privatisierung der Bahn wäre etwas schlechtes. Allerdings: Keine Züge ab 1 uhr. Da war wohl die Taxifahrer-lobby am Werk.

Englisch: Jeder lernt es, aber keiner gibt zu es zu können.

Essen & Trinken: Kein anständiges Brot, keine anständige Butter, keinen anständigen Käse... (soll es zwar alles geben aber da muss ich wohl in einen Spezialistenladen und garantiert völlig überteuert).
Das Japanische Essen ist dagegen lecker und billig. In besonders günstigen Restaurants gibts Ramen schon ab 2,50 Euro. Ansonsten kann man ohne Probleme inklusive Trinken unter 5 Euro bleiben (Trinkgeld gibts hier nicht hehe).

Einkaufen: Hier ist der Kunde noch König... Wenn ich nachts um 2 in den Supermarkt reingehe, werde ich noch von allen Angestellten freundlich begrüßt...

Alkoholpreise: Der Horror; Bier unter 600 yen (ca. 4 euro) ist in Bars praktisch unauffindbar. Die Grenze nach oben ist jedoch offen. Wein im Supermarkt nicht unter 1500 yen (ca. 10 Euro)

Dicke Japaner: ...sucht man vergebens. Trotz der übermäßigen Verwendung von Zucker in praktisch allem.

Die Rolltreppen: Wer Zeit hat stellt sich gesittet auf die Linke seite, so dass rechts Platz für Überholmanöver bleibt. Und das macht jeder so. Unglaublich aber wahr... In Deutschland ist diese Praxis zwar bekannt, aber selten zu beobachten.

Mülleimer: Die Gerüchte sind wahr... es gibt praktisch keine Mülleimer in Tokyo. Lediglich vor einigen Supermärkten stehen Receycling Tonnen. Trotzdem liegt kein Müll auf der Straße; man trägt praktisch aus Gruppenzwang seinen Müll solange rum, bis man ihn ordnungsgemäß loswerden kann.

Steuern: 5% Mehrwertsteuer... -_-

Mittwoch, 6. Juni 2007

6.6.2007 - Shibuya 2, Ginza 2, Ueno-Koen - Alexander

So heute waren wir nocheinmal in Shibuya und Ginza um die versprochenen Fotos nachzureichen.
Wir haben uns auch nocheinmal in den Starbucks gesetzt. Nicht zuletzt auch um uns nochmal von den unzähligen Angestellten bedienen zu lassen.


















Shibuya Crossing vom Bahnhof aus


















Von der anderen Seite aus

















Hier die Kreuzung bei Grün (vom Starbucks aus). Wenn hier Grün wird, spielt es keine Rolle wo die Markierungen auf der Straße sind. Einfach irgendwo rüber.

















Kurios: 2 ältere Damen beim Spielen mit dem Handy. Die haben das Ding nicht aus der Hand genommen (im Starbucks).


















Anschließend gingen wir weiter nach Ueno, um einen der größten Parks in Tokyo zu besichtigen. Auf dem Weg trafen wir mal wieder einige Uniformierte Bauarbeiter; diesesmal haben wir auch ein Foto gemacht. Es ist echt unglaublich, wieviele Leute es hier gibt, die Jobs verrichten die in Deutschland schon vor Jahrzehnten wegrationalisiert wurden. Und eigentlich sind diese gar nicht mal so unnütz. Zumindest sehen sie immer wahnsinnig beschäftigt aus, und dabei haben sie trotzdem immer Zeit auf meine Fragen zu antworten, wie ich denn nach Punkt X komme. Sowas sollte man in Deutschland auch wieder einführen. Als 1 € Job oder so, den Leuten noch eine Uniform geben und sie werden ihren Job sicher lieben.





Die Teilchen sahen nach Pudding aus, daher hatte ich lange überlegt mir eines zu kaufen (was wohl der Grund für das Foto ist), aber mich dann doch dagegen entschieden. Zu riskant. Nachdem ich einen Grünen Tee am Automaten gezogen hatte, der nach Kaffe schmeckte, bin ich vorsichtig geworden (Vorher hatte ich einen mit Schokoladengeschmack, der war gut) :)


Naja irgendwann sind wir dann auch tatsächlich angekommen und mussten erstmal Treppen steigen; der Park liegt irgendwie auf einer Anhöhe. Leider war es auch ziemlich heiß und so wurde das ganze schon eine Art Sportübung, dafür war dann die Aussicht gut.








Das letzt Bild ist von einer Säule vor dem NHK Gebäude (Nationaler Fernsehsender), bekannt aus diversen Fotomontagen :)


Auf dem Rückweg durften wir dann auch die Überfüllten Bahnen samt Einweisern, die beim Einsteigen helfen kennenlernen. Aber zum Glück nur als Zuschauer. Denn wir haben einfach auf die nächste Bahn gewartet, das war uns die 15 Min wert. Unglaublich wie die Türen noch zugegangen sind...