Wer behauptet längere Ladenöffnungszeiten bringen nichts, der liegt falsch, denn sie führen eindeutig zu höherem Konsum… zumindest bei mir… so hat mich „der kleine Hunger“ heute Nacht um 1 Uhr dazu bewogen noch einmal zum Convinient Store zu laufen (Anm. Alexander: mich auch) (in dem wieder 2 Angestellte tätig waren!) und noch ein paar Besorgungen zu tätigen.
Was die Einkäufe angeht weiß ich allerdings noch nicht ob es eine masochistische Ader, der Glücksspieler in mir oder einfach nur Interesse ist das mich dazu bewegt die Produkte auszuwählen: „Das kann ich nicht lesen, habe ich noch nie gesehen, sieht seltsam aus, nehm ich.“ Ist dabei der gewöhnliche Vorgang. Tja und mit einer 50/50 Chance ist es dann auch meist entweder etwas das sehr lecker schmeckt oder aber auch etwas das man wirklich am liebsten wieder wegschmeißen würde. Die Grüner-Tee-Kekse die ich heute Nacht gekauft habe lagen glücklicherweise gerade noch an der Grenze, aber so ein Glück kann man ja nicht immer haben!
Nachmittags sind wir dann mal in ein Restaurant gegangen „Coco’s – We’re cooking for you“, das ist genau der Werbeslogan der bei zwei faulen Studenten zieht. Auch hier gab es eine interessante neue Erfahrung die mit der Frage „Was ist denn das da?“ begann. Denn auf der Ablage, auf der auch Speisekarte, Salz etc. abgestellt waren lag so ein kleines braunes, halb rundes Ding mit einem weißen Knopf oben drauf. Klar, das man da auch mal dran rumspielen muss, irgendwie muss man ja herausfinden was das ist. Was wir allerdings nicht erwarteten war das dem Druck auf dem weißen Knopf ein „DINGDONG!“ an der Kasse folgte und uns nur kurz darauf die Kellnerin nach unseren Wünschen fragte. Na wenn das nicht die optimale Lösung für das „Kellner kommt nicht“ Problem ist…
Tja, auf dem anschließenden Besuch im Supermarkt stach mir dann so eine grüne Flüssigkeit ins Auge, na, wie das wohl schmeckt? „Melon Cream Soda“ …musste ich einfach probieren… War aber irgendwie ein Fehler! ;) Schmeckt sehr sehr süß und irgendwie nach Kaugummi…(Anm. Alexander: Grün = giftig, kennste doch)

Naja, aber die eigentlichen Ereignisse spielten sich dann erst Abends bzw. Nacht ab, denn nach einem gemütlichen plausch mit ein paar anderen Bewohnern des Yoshida House, sind wir beide dann noch einmal nach Shibuya gegangen. Um ca 24 Uhr waren wir dort, mit der letzten Bahn, d.h. bis um 6 Uhr durchhalten. Klar, das schaffen wir.

Erstmal sind wir natürlich rumgeirrt, was war auch anderes zu erwarten. Und natürlich wurden wir wieder angesprochen, diesmal waren es aber keine Schwarzen, sondern sogar gutaussehende Japanerinnen, doch auch die waren nur hinter unserem Geld her (wenn die wüssten wie wenig wir davon haben ...) und haben uns eine Massage angeboten. Natürlich haben wir sie abgewimmelt, und bei ihnen stellte sich das auch glücklicherweise als nicht ganz so schwer heraus. Lediglich eine ist uns etwas hinterhergelaufen, ich hatte ihr Angebot erst mit einem kopfschütteln abgetan und bin weiter gelaufen, dann bemerkte ich nach einer weile das sie ja immernoch hinter uns her läuft und quasselt „Keine Sorge, ich bin Japanerin.“ Gut, das sollte wohl ein Beweis der Seriosität ihres Angebotes sein, aber, trotzdem kein interesse. Tja, dann ging es in den Gaspanic Club, hatten im Internet gelesen das der ja ganz gut sein soll und die „Happy Hour – All Drinks 400 Yen“ hat uns überzeugt, also sind wir rein. War allerdings nicht ganz unser Geschmack, also sind wir nach dem ersten Bier auch wieder raus… und nach etwas Fußweg glatt in einen anderen Gaspanic Club, mal schauen ob die beide gleich sind. Ja, sind sie, nur der war schlimmer. Also, wieder was getrunken, wieder raus.

Nach dieser Erfahrung sind wir dann also erstmal was essen gegangen, Mc Donalds, was denn auch sonst. Haben bestellt, sind hinunter in den Sitzbereich gegangen und haben wieder etwas nettes herausgefunden. Was glaubt ihr machen Japaner Nachts um 1 Uhr im McDonalds? Na? RICHTIG! Schlafen! Was denn auch sonst, hätte uns auch schon irgendwie seltsam vorkommen müssen das über Lautsprecher nur schöne Schlafmusik lief, aber da unten lagen die wirklich in Massen an den Tischen.

Nach dem Essen gings dann weiter, und diesmal haben wir tatsächlich einen Volltreffer gelandet! Eine kleine Bar, „The Oil Bar“ die ich hiermit jedem der vorhat mal nach Tokyo zu gehen wärmstens empfehlen möchte! Es war schon halb 2 und die Bar hat offiziell nur bis 4 Uhr geöffnet, trotzdem sind wir dort bis halb 6 gewesen. Der Barkeeper hat uns gleich auf Englisch begrüßt, wir haben uns hingesetzt sie haben uns die Preise genannt und erst haben wir etwas überlegt, haben uns dann aber trotzdem an die Bar gesetzt. Bis auf den scheinbaren Besitzer der Bar, eine Barkeeperin, eine Besucherin und einen Geschäftsmann, der sich dann auch gleich verabschiedet hat war schon garnichts mehr los. Das hat sich dann aber als äußerst günstig erwiesen. Denn so kam uns beiden natürlich die ganze Aufmerksamkeit zuteil. Als rauskam das Alex Japanisch kann war die Begeisterung schon sehr groß und ich hab mich prima mit der Frau neben mir auf englisch unterhalten (Ayako, 33). Und es war wirklich witzig. Die Drei haben uns so allerhand erzählt und uns schön ausgefragt über Deutschland, und warum wir hier sind, was wir machen usw.

Irgendwann hat mir Ayako dann etwas über Japanische Kultur erzählt, und wollte mir Origami zeigen, hat versucht einen Kranich zu falten, konnte sich aber erst nichtmehr dran erinnern. Also hat sie es nach einigen Versuchen erstmal aufgegeben, und mir einen Mülleimer gefaltet. „Tradititional Japanese Origami Trash Can.“ Und mir auch gleich mal gezeigt wie das geht. Tja, irgendwann hat das mit dem Kranich dann doch geklappt, und nach der ganzen begeisterung hab ich mittlerweile vier davon, einen sogar selbst gefaltet! Tja, noch 999 und meine Wünsche gehen in Erfüllung (Auch ein Japanischer Brauch, 1000 Kraniche falten…).


Beim gehen haben wir dann noch kleine Karte mit ner Wegbeschreibung zur Bar bekommen, wir sollen auf jedenfall wieder kommen, und ja, das werden wir auch, dort war es wirklich super!

Anm Alexander:
Ja, der Abend in der Bar war schon echt cool. Wir waren zuerst skeptisch als wir draußen vor dem Eingangsschild standen und wollten ersteinmal hereinschauen. Als wir dann vor der Tür standen sah es eher leer aus und wir wären wohl wieder gegangen, doch sie winkten uns herein und wir folgten der Einladung. Obwohl sie teilweise nur rudimentäres Englisch konnten, bemühten sich alle es trotzdem zu sprechen. Hier konnte ich auch meine Japanisch Kentnisse gut verbessern und gute Insidertipps erhalten (Für Nampa z.b. hehe). Interessanterweise schienen auch alle mit Animes vertraut zu sein; alle waren überrascht zu hören, das ich auch Nodame Cantabile und Death Note schaue, die derzeit im Japanischen Fernsehen laufen. Neben der Tatsache, das wir Ausländer waren, waren weitere Attraktionen des Abends meine große Nase (Oooh die ist aber Groß, und fühlt sich ganz anders an -_-) und blonden Haare (kireeei, Goldene Haare, darf ich mal anfassen??) :)