Freitag, 20. Juli 2007
Mal wieder ein Wochenebericht :D
Nachdem wir gestern die Die kaiserlichen Gärten besuchten, welche zweifellos eines Kaisers würdig waren (Wenn auch ihre Pracht nicht ganz an die Gärten von Versailles herranreichte; Fotos werden noch nachgeliefert), hatten wir uns für heute Abend mal wieder mit Izumi verabredet. Diesmal hatte sie sogar noch einen weiteren Kollegen ihrer Band, Ken, dabei. Mit diesem konnte man sich ebenfalls sehr nett unterhalten, so erfuhr ich beispielsweise, dass er auf der berühmten Waseda (Nr. 2 Universität in Japan nach der Tokyo Daigaku) Universität Law studiert hatte, er sich aber eigentlich nichts aus einem Job in der Staatsverwaltung (Ein erfolgreicher Abschluss bei der Universität bedeutet Job-Garantie) macht, weshalb er neben seinem halb-professionellen Band-Dasein auch noch in der Finanzabteilung einer Firma arbeitet. Zudem lud Izumi uns nochmals in den Club "La Fabrique" ein, bei dem am Freitag anscheinend ein ihr bekannter DJ auftreten wird, weshalb sie uns dort auf die Gästeliste mit draufschreiben kann. Da willigten wir natürlich gleich ein und freuten uns schon auf Freitag. Christoph unterhielt sich derweil mit einer doch recht gutaussehenden Japanerin, die ich etwa auf 28 geschätzt hätte, er mir aber später erzählte, das sie schon 36 war.
Am Samstag hatten Michael und Sarah mit Aiko (Einer Bewohnerin des Guest Hauses) vereinbart nach Asakusa, wo einer der großen Buddhistentempel steht. Da wir dort ohnehin hinwollten schlossen wir uns einfach an. Leider war das Wetter miserabel und für Morgen hatte sich ein Taifun angekündigt. Also schauten wir uns alles an; vor allem Michael und Sarah machten unmengen von Fotos (werden auch nachgeliefert ^^) und auf dem Rückweg gingen wir die schier endlose Shopping Straße des Tempels (Unzählige Andenken und Ramschläden) entlang. Abends verschlimmerte sich dann der Regen und da Aiko meinte, das Morgen früh eventuell keine Züge fahren, sollte der Taifun wirklich kommen blieben wir lieber in Asagaya.
Also gingen wir wieder alle zusammen zum Karaoke. Das war wieder ein Riesenspaß. Dieses mal waren noch einige leute mehr aus dem Guest House dabei. Z.B. der Engländer Chris, der Holländer Emile, Aiko, Sarah, Michael, Ich und Christoph. Letzterer ließ sich gegen Ende auch dazu herab mitzusingen (nach 2 Stunden "All you can drink") Hehe. Insgesamt haben wir bisher 3 deutsche Titel in den japanischen Karaokelisten entdeckt: 99 Luftballongs, Moskau und Dschingis Khan.
Sonntag hatte ich dann ein Date :> Das war nice, wir waren in einer Bar im 45. Stock des Tokyo Metropolitan Government Office in der es Live-Piano Musik und (fast) unschlagbare Aussicht gab. Die Bar selbst war im Römisch Antikem Stil gehalten. In dem Zusammenhang fällt mir wieder die tolle Kölner Regierung ein, die sich von der UNESCO erpressen lies und so der Bau von einigen Hochhäusern auf der Deutzer Rheinseite verhindert wurde. Das wär ja schon schade, wenn es so etwas auch mal in Köln gäbe. Christoph ließ sich von 2 Japanerinnen zum Trinken einladen und spielte damit sozusagen Host (Vielleicht erzählt er ja noch was darüber). (Anm.: Christoph: Ja, vielleicht tue ich das ;) Eigentlich hatte ich ja beschlossen am Sonntag zuhause zu bleiben, 5 Tage in Folge trinken gehen war dann doch ein bisschen zuviel. Und vor allem auch teuer! Naja, trotzdem wollte ich mich bei der Japanerin vom Freitag mal melden, die 36 Jährige (die mal wieder gaaarnicht so aussah!!) und prompt wurde ich auch schon gefragt ob ich mich ihr und ihrer Freundin am abend nicht anschließen möchte. Zuerst habe ich zwar abgelehnt, aber nachdem sowohl sie als auch ihre Freundin mir mehrere Nachrichten schrieben hab ich mich dann doch dafür entschieden. Also, ab nach Kichijoyi - mein neuer Lieblingsstadtteil! - dort mit ihr Treffen, und dann wurde ich doch tatsächlich eingeladen und die beiden haben mir mehrere Drinks ausgegeben. Tja, das war doch echt nett ;)) (Anm. Alex: 5 Tage...tsts alter Suffkopf)
Da wir die letzten Tage so viel ausgegeben hatten, beschlossen wir Montag und Dienstag und Mittwoch zuhause zu bleiben. Ich ging nur 2x Mit Michael abends Gundam spielen. Dabei entdeckten wir einen Spieler mit einer Karte auf der über 4000 Abschüsse und über 250.000 Punkte vermerkt waren. Der musste bereits tausende Euros bzw. Hunderttausende Yen in das Spiel gesteckt haben. (Anm. Christoph: Tja, ganz zuhause geblieben sind wir eigentlich nicht, also ich nicht, zumindest nicht am Montag... als Emile mich nämlich fragte ob ich nicht mit nach Kichijoyi wolle habe ich mich im angeschlossen. Hatte die Gegend nämlich sofort angepriesen und Emile wollte das dann natürlich auch mal sehen. Leider sind Montags hier die meisten läden zu, aber ein paar nette kleine Stehkneipen auf der Straße haben wir dann doch gefunden. In Kichijoyi ist ein großer Park, mit einem See und soweit ich gehört habe sogar einem kleinen Zoo, dazu tümmeln sich dort sehr viele junge Leute, laufen durch die Straßen, sitzen einfach an der Straße, holen sich getränke aus den Convinent stores oder aus den unzähligen kleinen Stehbars. Dort haben wir auch wieder ein paar nette Japaner kennengelernt und uns bis der letzte Zug kam mal wieder blendend unterhalten. Dienstag und Mittwoch blieb ich aber dann auch fast gänzlich zuhause!)
Donnerstag verabschiedeten sich dann Michael und Sarah nach Kyoto; vergaßen jedoch die Adresse ihres Guest Houses mitzunehmen, weshalb sie um 10 Uhr morgens des nächsten Tages den armen Christoph aus dem Bett klingelten (Mein Handy war auf Lautlos hihi).
("Anm." Christoph: Das schöne daran ist die Tatsache das ich Donnerstag wieder mit Emile in Kichijoyi war, und es dabei ein kleinwenig später wurde... so 5-6 Uhr ungefähr. Ich mich also, nach rund 4 Stunden schlaf und reichlich alkoholkonsum daran machte dem Michael aus dem Internet die Adresse des Guesthouses rauszusuchen! ...Aber immer der reihe nach! Alex hatte am Abend wieder ein Date mit seiner Japanerin, das war kurzfristig ausgemacht, weil die Pfeife nämlich als er sich damals ihre Nummer geben lies ziemlich betrunken war, und sich in folge dessen einen falschen Namen ins Handy einspeicherte. Irgendwie ist es ihr bis dahin aber entgangen das er sie falsch angesprochen hat, jetzt hat sies aber bemerkt und das musste er natürlich versuchen auszubügeln (Anm. Alex: Hehe ja, die war recht sauer ^^)... Tja, Alex unterwegs, Michael und Sarah unterwegs, da wollte der gute Christoph natürlich nicht alleine dableiben, nicht nachdem er die letzten drei Tage auch soviel gearbeitet hatte... also... bin ich mal schön mit Emile nach Kichijoyi (Ich schreibe diesen Namen hier so oft, damit ich ihn mir endlich mal merke...oder heißt es Kichijoji oder vielleicht doch Kichijochi O_o) ...um 21 Uhr sind wir hin, und es war im vergleich zu Montag schonmal merklich mehr los. Erst haben wir uns einfach hingesetzt und etwas getrunken, nach einer weile setzte sich dann eine Japanerin mit einer Gitarre zu uns und begann dort zu singen. Sie erzählte uns das sie Gesangstunden nimmt, und immer den rest des Tages dann hier und im Park versucht ihre CDs zu verkaufen, einwenig aufzutretten, zu üben eben. So hatten wir also auch bald unsere eigene Livemusik! Etwas später ist sie dann leider gegangen, schien ja schon sehr müde zu sein nachdem sie den ganzen Tag am singen war!
Dann haben wir uns mal in "Nampa" probiert, der Ausdruck steht für eine hier in Japan übliche Art des Flirtens, man spricht einfach ein paar Mädels an und fragt sie ob sie mit einem irgendwo hingehen, Bar, Karaoke etc. (Anm. Alex: Laut Wikipedia ist es das Ziel des Ganzen ist es mindestens eine echte Telefonnr. oder Mailadresse zu kriegen ;) )Naja, das haben wir dann mal probiert, am Anfang hat es nicht so ganz funktioniert, der Trick dabei ist nämlich das man, sobald sie halbwegs interesse zeigen erst ein Stückchen mitläuft, wenn sie dann stehen bleibt, interesse, ansonsten eben nicht. Wir sind am Anfang stehen geblieben und haben gehofft das die Mädels das eben auch tun, war aber natürlich nicht so. Also bin ich dann mal ein Stückchen mitgelaufen, und es hat tatsächlich funktiniert. Hallo, sprecht ihr Englisch - nein - ach, ein bisschen bestimmt - ja, ein bisschen - das reicht doch - kennt ihr hier ne nette bar? - Ja - habt ihr Lust mit uns dahin zu gehen? - Wir haben leider kein Geld - Macht nichts, wir laden euch ein...
Tja und nach dieser wirklich kurzen Konveration gings dann auch gleich in ne Bar, eine Billiardbar etwas um die Ecke das war so um 23 Uhr, um 1 Uhr haben wir bemerkt das wir den ersten Zug verpasst haben, um 3 Uhr gings dann wieder aus der Bar raus, nach vielen Runden Billard. Saori und ich haben leider ständig verloren, leider hat der Alkohol in meinem Blut (Und wohl auch die komplette inkompetenz meinerseits ;)) dafür gesorgt das ich die Kugel entweder über den Tisch fliegen habe lassen, oder nichtmal richtig getroffen habe. Saori hatte ebenfalls kein Glück, aber das machte ja auch nichts, spassig war es trotzdem. Irgendwie ging das mit der Rechnung allerdings etwas nach hinten los, Emile und ich hatten beide so rund 40 Euro dabei, normalerweise ist das ja mehr als genug, nur scheinen die in der Bar pro halbe Stunde Billiard abzurechnen, und wir hatten garnicht bemerkt das es schon 4 Stunden waren, so endeten wir mit einer 80 Euro Rechnung und hatten gerade noch genug Geld übrig um am morgen das Bahnticket zu bezahlen!
Die beiden waren die ersten 20 Jährigen (bzw. unter 28 jährigen ;)) die wir kennengelernt haben, sie besuchen eine Nurseschool und mussten eigentlich um 7 Uhr früh dahin. Nachdem wir aber noch bis halb 5 an der Straße saßen sah es damit wohl düster aus ;) Tja, irgendwann trennten wir uns dann schweren Herzens... auf nach Hause, ab ins Bett, und 4 Stunden später der Anruf aus Kyoto! ;)) (Anm. Alex: Harhar)
Donnerstag, 19. Juli 2007
12.07.2007 – Kaiserpalast und Restaurant – Christoph
Heute stand erstmal früh aufstehen auf dem Programm, wir wollten nämlich noch mal in den Kaiserpalast. Erstens weil Michael und Sarah diesen noch gar nicht gesehen haben, und zweitens weil wir beim letzten mal zu spät da waren und nicht in die Gärten konnten. Für alle die noch nie in Tokyo waren: Der Kaiserpalast ist größtenteils absolut unzugänglich, man kann zwar außen herumgehen und sich die imposante Befestigungsmauer und einige der Wachtürme vom weiten anschauen, doch hinein kommt man nicht. Einzig ein Teil der Östlichen Gärten ist für Touristen zugänglich. Aber auch davon nur ein Teil, und der ist auch durch einen Graben und weitere Befestigungsmauern vom Rest des Kaiserpalastes getrennt.
Irgendwie hatte ich ein paar Tage zuvor bemerkt das die Bahnlinie hier beim Guesthouse auch direkt zum Tokyo Hauptbahnhof fährt, und so war die Reise dorthin recht schnell. Anders als beim letzten mal kamen wir also nicht mit der U-Bahn sondern mit der Bahn und erreichten so auch mal den eigentlichen Tokyo Hauptbahnhof. Die Fassade des Bahnhofsgebäudes ist noch immer das alte Gebäude im westlichen Stil, auch wenn innen wohl kaum mehr etwas an das einstige Aussehen erinnert wirkt es doch von außen, in mitten der ganzen Hochhäuser wirklich Eindrucksvoll.
Auf dem kurzen Weg zum Kaiserpalast hat es noch ganz schön geregnet, doch als wir die Gärten betraten hat es glücklicherweise recht schnell aufgehört. So konnten wir den Anblick der sich uns dort bot auch gleich viel mehr genießen. Schon die ersten Befestigungsanlagen waren einfach rießig, und die Gärten dahinter wirklich schön. Zwar waren wir nicht wirklich zur richtigen Jahreszeit dort, doch der See und die kleinen, geschlungenen und mit Natursteinen befestigten Wege und die kleinen Brücken aus großen Steinplatten die als weg über einen kleinen Bach führten waren wirklich Sehenswert. Eine echt schöne Atmosphäre dort! Im Park gibt es auch ein kleines Museum, eine Ausstellung mit einer kleinen Sammlung alter Vasen usw. Allerdings nicht unbedingt Ausländerfreundlich, neben den meisten Stücken waren zwei Tafeln angebracht, auf der einen Stand um was es sich handelt, ganz nach dem Motto „Eine Vase aus der Meiji Zeit, nach Stil XY“ in Japanisch und Englisch, auf der anderen, eine wesentlich ausführlichere Beschreibung, allerdings nur in Japanisch.
Anschließend ging es kurz in ein Ramen Restaurant und dann wieder nach Hause, denn am Abend hatten wir mit Aiko, einer japanischen Mitbewohnerin, ausgemacht in ein japanisches Restaurant zu gehen.
Wir mussten zwar erst einwenig auf Aiko warten, denn leider musste sie mal wieder etwas länger Arbeiten und kam deshalb etwas später, dann gings aber gleich los. Unser Holländischer Mitbewohner schloss sich uns ebenso an und auf gings zum Restaurant. Es lag direkt in einer dieser Einkaufspassagen von denen es hier um die Bahnhöfe so einige gibt und wirkte auf den ersten Blick eher unscheinbar, hatte innen aber eine angenehme Atmosphäre, viel Holz und die typischen Papierwände. Wir bestellten alle ein Menü, mit… na was wohl, „All You Can drink“ denn die Tatsache das dies angeboten wurde forderte uns geradezu dazu auf es auch zu nutzen. Ja, und so tranken wir, dann auch soviel wir konnten. Das Menü war zudem ebenfalls sehr lecker, gebackener Fisch, einwenig Fleisch und noch mehr Fisch, dazu etwas Fleisch, Salat und… Fisch…
Irgendwann, nach langen Unterhaltungen gings dann auch wieder nach Hause..
Freitag, 13. Juli 2007
Shibuya, Kino und Shinjuku, was diese Woche so alles passiert ist - Christoph
Irgendwie wird es langsam immer schwieriger täglich einen Beitrag zu schreiben, die letzten beiden Wochen haben uns da einwenig aus dem Rhythmus gebracht. Arbeit, Kneipe und Sightseeing, alles so im Wechsel das der Tag eigentlich vollkommen ausgelastet ist. Deshalb gibt’s diesmal auch einfach eine Wochenzusammenfassung.
Am Samstag hatten wir uns für Abends verabredet, Alex mit Sahi, der Japanerin die wir bei Harry Potter kennen lernten und ich bin zusammen mit Michael und Sarah mit Tomomi und einer ihrer Freundinnen weggegangen. Aber ich setze wohl besser etwas früher an.
Denn am Vortrag in der Kneipe hatte Alex dem Holländer der ebenfalls im Guesthouse wohnt versprochen ihm bei der Anmeldung eines Prepaid telefons zu helfen, das kann man wenn man unter 20 (er ist 19) nämlich nur anmelden wenn jemand über 20 irgendwie dafür „bürgt“ also ein spezielles Formular ausfüllt. Zwar hatten die Verkäufer erst einwenig miteinander diskutiert ob die Unterschrift seines Vaters, die der Holländer vor ihren Augen einfach fälschte genügte, doch dann bestanden sie letztendlich trotzdem darauf das er noch jemand anderen hinzuzog. Und so half ihm Alex aus, was sich, dank des erheblichen Alkoholgenusses am Vortag allerdings etwas in die Länge zog (Wir waren in einem English Pub, der zu einer Kette gehört „Hub“ die sind hier nahezu überall vertreten). So war Alex am ende ganz schön unter Zeitdruck, und es war tatsächlich das erste mal das ich gesehen habe das er sich richtig beeilte um noch rechtzeitig zu einem Termin zu gelangen (normalerweise ist ihm das ja egal ;)). Ich bin zur gleichen Zeit weg, musste mich ja erst mit Michael und Sarah treffen und mein Treffpunkt war auch einwenig weiter entfernt. Aber wie das Leben so spielt war das natürlich nicht die einzige kleine Verzögerung die wir hatten. Der letzte Schnellzug war schon gefahren und so mussten wir den Bummelzug nehmen, sind da dann auch noch in den Falschen gestiegen und mussten somit einige Zeit länger fahren. So kam Alex dann auch gut 20 Minuten zu spät. Aber mehr dazu kann er ja dann hier selber erzählen (Anm. Alex: 30 Minuten! ich hab mich nur beeilt als ich dann wusste das ich ziemlich zu spät komme. eine kurze Verspätung hatte ich in meiner Zeitplanung schon einkalkuliert :).
Ich habe mich dann mit Sarah und Michael in Roppongi am Hard Rock Cafe getroffen und eine halbe Stunde später kamen Tomomi und ihre Freundin dazu, wir sind einwenig rumgeirrt, haben im Subway was gegessen und waren dann in einer kleinen Bar. Tomomis Freundin war nach einer langen Nacht und 10 Stunden Arbeit allerdings so erschöpft das sie noch während des ersten Bieres eingeschlafen ist. So ging sie dann etwas später nach Hause, und wir wieder nach Shibuya ins Tasu Ichi. Tja und plötzlich tauchte auch wieder der Norweger auf, hatte zwei Schweizer dabei, einer aus seiner Firma, die andere die Exfreundin eines Kollegen. Und von dieser hörte ich eine wirklich interessante Schluss-mach-Story.
Ihr mitlerweile Ex-Freund hatte nämlich ein Praktikum hier in Tokyo bekommen, und weil man die Chance ja nicht immer hat, hatten sie beschlossen das sie ihn besuchen würde. Das natürlich nicht auf dem einfachen Wege, sie wollte ja etwas sehen, also ging es ab in die Transsibierische Eisenbahn, und sie unternahm zahlreiche Stops in Russland, der Mongolei und China, fuhr dann mit dem Schiff von Shanghai nach Osaka und schließlich nach Tokyo. War dabei gut einen Monat unterwegs und relativ bald nachdem sie hier ankam merkten die Beiden das ihre Beziehung nichtmehr funktionierte und trennten sich. Also, einmal um die halbe Welt um sich zu trennen, das ist auch recht nett.
Michael und Sarah verabschiedeten sich mit dem letzten Zug, Alex gesellte sich später noch zu uns und so ging es dann noch in einen weiteren Club, bis früh morgens. Auf dem Heimweg wurden wir dann wie immer von Betrunkenen Japanerinen angequatscht, und haben auch selber einige angesprochen. Die ein oder andere konnte sogar ein bisschen Deutsch, wollte nach Deutschland oder plante sogar schon dafür. Irgendwie scheint Deutschland also relativ beliebt zu sein.
(Anm. Alex: Der Club war eigentlich cool, nich zu teuer und da waren ein paar Kochstudentinnen, die allen Kekse und Sushi spendiert haben. Uns also als willige Testesser benutzten.)
Dann heim, ab ins bett, schlafen…
Sonntag und Montag war wieder relativ ruhig, das Wochenende war teuer gewesen, also lieber langsam angehen, außerdem: Arbeiten! Ging nur zwischendurch mal in ein kleines günstiges Sushi Restaurant.
Den Dienstag hat ja Alex schon ausführlich geschildert, zu erwähnen wäre nur, das ich bereits früh ins Kino bin, also zweimal an einem Tag, den Tomomi hatte mir am abend noch ein paar Mal eine Nachricht geschrieben, sie fängt erst um 15 Uhr das arbeiten an, und wollte doch den einen Film sehen. Also sind wir dann zusammen ins Kino, ein recht neues in einem großen Einkaufszentrum, das wirklich sehr komfortabel war. Man saß da in Sesseln und jeder hatte seine eigene Armlehne (nicht so wie normal wo es nur eine dünne armlehne für zwei plätze gibt ;)). Wenn man mehr bezahlte gab es sogar eine kleine Lounge, mit großem Sofa und einem Tisch davor, wenn man wollte konnte man den Film dort also auch in Wohnzimmermanier genießen.
Am Mittwoch wollten wir ja ursprünglich ins Disneyland, nur hatte uns der Regen ja einen Strich durch die Rechnung gemacht und so blieben wir tagsüber erstmal zuhause und sind dann abend noch ein bisschen nach Shinjuku gegangen. Alex und Michael wollten ja wieder Gundam Spielen! Ich hab mein Geld in die lustigen Greifautomaten Investiert, und bin schließlich zu dem Schluss gekommen das ich das in zukunft lieber lasse. Funktioniert nicht richtig ;) Spass macht es aber trotzdem!
Tja, und damit hab ich die Zeit ja schon fast wieder eingeholt. Fehlt nur noch der Donnerstag, nachdem der aber wieder einen eigenen Bericht wert ist, hör ich hier erstmal auf ;)
Mittwoch, 11. Juli 2007
10.7.2007 - Wie lange braucht man bei strömenden Regen zu Fuß von Roppongi nach Shibuya?

Die Bar ist eigentlich optimal für die zahlreichen Angestellten in Roppongi Hills gelegen und wir fühlten uns tatsächlich leicht "underdressed" als wir dort hineingingen. Überhaupt macht die Bar einen recht edlen Eindruck, weshalb wir das erste mal nicht hinein gingen, weil wir dachten es wäre zu teuer. Der Holländer meinte aber das Bier würde nur 500 Yen (2,80 €) die Flasche kosten, also unterer Durchschnitt. Wir bestellten uns auch ein paar Pommes für 500 Yen. Das waren die leckersten Pommes die ich je gegessen hab. Total crisp und sehr dünn. Das fand Christoph auch und so war der Teller (eigentlich eine sehr große Portion) in Rekordzeit leer. Ketchup und Mayo gab es übrigens kostenlos dazu (Kostenlos, da könnten sich einige Läden in Deutschland mal ne Scheibe abschneiden).

Nach dem Bier fragte ich, ob sie denn auch Jägermeister da hätten (Da ich dieses schon in einigen anderen Bars gefunden hatte, und auf der Tehke hunderte verschiedene Alkoholica herumstanden). Tatsächlich wurde diese Frage bejaht und auf die Frage ob ich es als "Shot" also im Pinnchen oder mit Eis möchte, sagte ich mit Eis. Denn normalerweise wissen die Japaner nicht, dass der Jägermeister (oder Jegamaistaa wie die Japaner sagen) im Eisfach liegen muss, und ich musste schoneinmal einen warmen Jägermeister trinken. Die hier wussten jedoch schon bescheid, zu meiner Überraschung. Also alles in allem eine sehr gute Bar, hier werden wir wieder herkommen. Dann gingen wir ins Kino und dort sieht es eigentlich eher aus wie in einem Raumschiff. Dazu stellten zwei komisch aussehnde Comicfiguren die Regeln des Kinos vor (Der Linke sieht aus wie eine Mischung aus Bison aus Street Fighter und Hitler, während der rechte eine verzwergte Version von Batmans Gehilfen Robin darstellen könnte).
Der Film war dann jedenfalls erste Sahne. Bruce Willis wie man ihn kennt :)Dannach überlegten wir ob wir noch in eine Bar sollten, oder nach hause Fahren. Schließlich entschieden wir uns dazu, mal den Sagenumwobenen Club "Yellow" zu suchen, der auch irgendwo in Roppongi liegt. Das ganze in strömenden Regen der nach und nach zu sintflutartigem Regen wurde. Irgendwann kamen wir an einer Bar vorbei die "Monsun" hieß. Das war ein ziemlich passender Begriff für den Regen hier.

Leider fanden wir nichts und alle Bars waren wie ausgestorben. Also entschieden wir uns zu Fuß nach Shibuya zu laufen. Das wollten wir schon immer mal ausprobieren. Gut, vielleicht hätten wir uns einen besseren Tag aussuchen sollen, aber nachdem der Club Yellow irgendwo in die selbe Richtung war, entschieden wir uns dafür einfach weiterzulaufen, nachdem wir ihn nicht gefunden hatten. Der Weg von Roppongi nach Shibuya Station ist dabei total einfach zu finden. Es geht einfach geradeaus. 40 Minuten hat es insgesamt gedauert. Eigentlich noch aktzeptabel. Mit einem Fahrrad würde man die Strecke bestimmt in 10 Minuten schaffen.
Hier ist der google Map Verweis; Shibuya Station = 渋谷 Roppongi = 六本木 ca. 3 Km:
http://maps.google.co.jp/?ie=UTF8&hl=de&q=%E6%B8%8B%E8%B0%B7&f=q&ll=35.659249,139.7188&spn=0.030405,0.05785&z=14&om=1
Das nächste ungeklärte Mysterium wäre dann die Fußmarschzeit von Shinjuku (Wolkenkratzerviertel) bis zu Asagaya (Wo wir wohnen). Erste Schätzungen rangieren um 90 Minuten. Das werden wir irgendwann vielleicht nochmal ausprobieren wenn keine Züge mehr fahren und wir nach hause wollen.

Jedenfalls war auch in Shibuya wenig los, weshalb wir nach einstündigem Herumlaufen (Unsere Füße waren mittlerweile komplett durchnässt) wieder mal in der Oil Bar landeten. Dort war es wie immer sehr nett und um halb 5 machten wir uns dann mit dem ersten Zug auf nach Hause.
