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Montag, 2. Juli 2007

30.06.2007 - Umzug, Sushi und Karaoke - Christoph

Irgendwie scheint unsere Tagesplanung einfach nie zu funktionieren, ursprünglich wollten wir früh aufstehen (hat ja gestern schon nicht geklappt) und dann zwei mal zum neuen Guesthouse fahren um unser Gepäck nicht auf einmal durch die halbe Stadt schleppen zu müssen. Aber diesmal war es Michael der diesen Plan sabotierte, der Aufenthalt in den Bars von Shimbashi hat wohl etwas länger gedauert und so kam er den halben Tag nicht aus dem Bett. Bis dahin hatten Alexander und ich unsere Planung allerdings umgestellt, statt wie zuerst angepeilt mit der Bahn zu fahren hatten wir dann doch bei ein paar Taxi Services angerufen, und herausgefunden das die Fahrt gar nicht mal so teuer ist, also nicht wesentlich teurer als zweimal mit der Bahn. Es war also im Rahmen unseres Budgets und aufgrund der Arbeits und auch Zeitersparnis die wir dadurch hatten die auf alle Fälle bessere Wahl. So warteten wir also bis Michael aufgewacht war, packten unsere sieben Sachen und wanderten dann zusammen mit dem Manager des Hauses in Richtung Bahnhof. Dort an den Taxi ständen wollte er mit einem Taxifahrer verhandeln um noch etwas Bonus für uns rauszuschlagen. Also schleppten wir unsere schweren Koffer durch die Straßen, also, das heißt, Michael und ich schleppten unsere schweren Koffer und Rucksäcke durch die Straßen, während Sakano den Koffer von Alex schleppte. Das hatte diesen natürlich nicht im geringsten dazu verleitet uns beiden etwas abzunehmen, da schlenderte er lieber sorglos vor sich hin. (Anm. Alex: Du machst mir Spaß, etwas abnehmen, wo hätte ich das denn hinstecken sollen? Ich hatte schon Rucksack, Schwere Tasche, 2 Schuhe und 2 Anzüge dabei die nicht mehr in den Koffer gepasst haben) Erwähnenswert ist das vor allem weil in Michaels Koffer noch mal einige von Alex Sachen waren ;)

Glücklicherweise konnten wir schon auf halbem Weg ein Taxi auf der Straße anhalten und wurden dann auch direkt nach Asagaya gebracht.

Schon im Umfeld des neuen Gasthauses merkte man das wir hier etwas näher am geschehen sind, die Häuser sind größer, viel mehr Einkaufsmöglichkeiten, Bars, Restaurants, einfach alles was man so braucht. Als wir ankamen hatten wir allerdings schon den halben Tag vertrödelt, kamen aber gleich ins Gespräch mit zwei Mitbewohnern hier, einem Holländer und einer Japanerin die beide vorhatten dann mal was Essen zu gehen und vielleicht noch in eine Bar. Und als das Wort „Sushi“, in Zusammenhang mit „billig“ fiel willigten wir natürlich sofort ein. Weiter gings also, ohne nennenswerte Pause (kurz duschen, umziehen), direkt zum Sushi Restaurant, das erste war allerdings schon komplett überfüllt, aber, wir sind hier ja nicht mehr außerhalb, was bedeutete, das nächste war nur 200 Meter weiter. Eines mit einem Sushi Fließband (hmmm lecker), auch hier nimmt man sich einfach das was man möchte vom Band, stapelt die Teller neben sich (Farblich unterschiedlich, je nach Preiskategorie), und am Ende wird dann abgerechnet. Und anhand der kleinen Scherze die uns so einfielen (Die wir aber nicht durchführten) fanden wir auch heraus warum so was in Europa einfach nicht wirklich umzusetzen ist. Schien nämlich gar nicht mal so unmöglich zu sein sich ein einzelnes Sushi vom Fliesband zu stibitzen, oder gar einen Teller zurück zu legen. In einem vollen Restaurant merkt dann auch keiner wer denn der Übeltäter war. Aber wir unterliesen derartige Scherze und genossen lieber das leckere Essen und hatten eine nette Unterhaltung mit unseren beiden neuen Mitbewohnern. Die Japanerin arbeitet hier in Tokyo in einer Amerikanischen Investmentfirma und scheint, bis darauf das sie am Wochenende nicht arbeiten muss, und überstunden zumindest bezahlt bekommt, typisch japanische Arbeitszeiten zu haben. In ihren Worten gesagt bedeutet das „No Life at all.“ Der Holländer ist nur zum Urlaub hier und lässt es sich auch so richtig gut gehen.

Übrigens gabs hier eine Sushi-Sorte die in Deutschland nicht auf den Tisch kommt, und das mussten wir natürlich mal probieren. Tierschützer bitte weghören… Walsushi war das. Besonders gut fand ich es allerdings nicht, kann man also gerne drauf verzichten.

Nach dem Sushi essen mussten wir natürlich noch etwas mit dem angebrochenen Abend anfangen. Wohin also? Richtig! Zum Karaoke! Da gab es natürlich einen Laden nur wenige Meter weiter, der schien ziemlich gut, und gehört wohl zu einer Kette, jedenfalls habe ich das Logo schon mehrmals gesehen, also konnten wir da ja gerne mal rein. Einen Karaoke Raum konnte man für 2 Stunden mieten, für diese Zeit konnte man seine Getränke dann entweder normal bestellen, oder für 1500 Yen „All you can drink“ bestellen. Natürlich entschlossen wir uns für letzteres und machten aus „all you can drink“ auch wirklich „all you can drink.“ Die Räume waren wirklich gemütlich, ein großer TFT Bildschirm hing an der Wand und die Ausstattung war ebenfalls sehr modern. Da machte das ganze dann auch richtig Spass. Natürlich hatte Aiko (die Japanerin) vorher wieder behauptet sie könne kein bisschen Singen (wie es ja bei den Japanern so üblich ist ;)) und sang uns dann alle an die Wand ;) War auf jedenfall ziemlich lustig. Nach den zwei Stunden verlängerten wir noch mal um eine, ließen dabei aber außer acht das der Laden halbstündlich und nicht stündlich abrechnet, was unsere Rechnung leider etwas in die Höhe trieb.

Ausklingen ließen wir den Abend (die nacht…) dann im Aufenthalsraum des Gasthauses, redeten noch gemütlich miteinander, brachten der Japanerin ein paar Deutsche Phrasen bei (die sie sich erstaunlich schnell merkte, wiederholte und eigenständig umformen konnte!) und gingen dann iiirrrrgeeeenndddwann mal wieder ins Bett.

Montag, 18. Juni 2007

17.06.2007 - Meiji 2, Akiharaba 3, Ginza 3: Das Treffen mit Julia - Christoph

Wir waren zwar am Vortag schon einmal im Meiji Schrein, allerdings hatten wir den See dort nicht gesehen und von den Cosplayern waren auch nur ganz wenige zu sehen. Also beschlossen wir unseren Sonntagsausflug auch dort zu beginnen. Zudem wollten wir uns heute mit Julia treffen, denn sie ist zur Zeit ebenfalls in Tokyo und macht ein Praktikum. Wir hatten ausgemacht uns auf der Brücke zum Park zu treffen, jener Ort an dem sich auch die ganzen Cosplayer und Gothic Anhänger versammeln und ihre Kostüme zur schau stellen. Und von dort aus ging es dann auch gleich nochmal in Richtung Schrein. Wie schon am Vortag wurden wir auch hier wieder von Studenten abgefangen, diesmal waren es nur 3, ging also genau auf, und wieder führten sie uns bereitwillig durch den Schrein. Allerdings schienen sie weniger zu Wissen als ihre Vorgänger wodurch wir gezwungen waren alle Hand fragen zu Stellen um die Konversation zu beleben ;) War aber auch diesmal eine ganz nette Führung. Diesmal waren es alles Studenten Naturwissenschaftlicher Fächer, die ebenfalls einem Englisch Club angehörten und sich auf diese Weise ihre Kenntnisse zu verbessern erhofften. Am Eingang zum See bereich, der leider eintritt kostete, trennten sich dann allerdings unsere Wege und wir gingen zu dritt weiter. Aber wir werden wohl demnächst mal weiter nach solchen Studenten ausschau halten, denn es ist einerseits eine ganz nette Gelegenheit etwas über den jeweiligen Ort zu erfahren, andererseits auch um sich zu Unterhalten und ein paar Japaner kennenzulernen. Mal schauen wo wir noch so ein paar finden.
Der See war auch ganz schön, in ihm schwammen gleich mehrere kleine Schildkröten die ohne Scheu auf den Besuchersteg zupaddelten und ihre Köpfe weit nach oben streckten um die vielen Leute dort zu betrachten. Wahrscheinlich erhofften sie sich allerdings hauptsächlich was zu essen, von mir wurden sie allerdings nur fotographiert.

Im Anschluss daran ging es dann nach Akiharaba zu dem netten Sushi Restaurant das wir die Woche zuvor dort gefunden hatten, und aßen dort ein kleinwenig. Einer der Angestellten erkannte uns dort dann auch gleich wieder, er konnte recht gut Englisch und sogar einwenig Deutsch "Dankeschön" und solche Kleinigkeiten eben, was er uns auch immer wieder stolz präsentierte. Das Sushi dort ist wirklich lecker und die Preise ja auch ganz ok, wahrscheinlich wird es uns dort also noch öfter hin verschlagen.

Nach dem Essen führte Julia uns noch nach Ginza, sie war ja schon öfter in Tokyo und machte uns darauf aufmerksam das Sonntags dort die ganze Straße für Autos gesperrt sei und nur für Fußgänger offen. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und sind dann auch gleich dorthin gefahren und wie erwartet war es wirklich ein netter Anblick, eine rießige breite Straße, voll mit Fußgängern und ohne Autos. Nach einem kurzen Abstecher in ein Elektronik Kaufhaus ging es dann wieder nach Hause wo wir den Tag dann auch ausklingen ließen.

Mittwoch, 13. Juni 2007

12.6.2007 - Electric City, O-Toro!!, Handykauf - Alexander

Gähn, um 11 Uhr klopfte Christoph an der Tür; wir wollten nach Electric City, um ihm einen Ersatzcomputer zu kaufen. Ohne den konnten wir nit weiterarbeiten, daher hatte das top Priorität. Da wir unser Monatsticket für die Metro Linie nutzen mussten, waren wir gezwungen, auf dem Weg nach Akihabara 2x umzusteigen. Dort befindet sich Electric City, eine Ansammlung von Computerläden, Elektrofachläden und Technikkram aller Art. Nebenbei wollten wir noch eine alternative Bleibe anschauen, da wir nächsten Monat doch etwas näher ans Zentrum ziehen wollen. Die ständige Pendelei und Umsteigerei geht langsam ziemlich auf die Nerven.




Dort angekommen fanden wir in jeder Straße und Seitengasse läden mit allerlei Zeugs. Die neuen Notebooks waren nur unwesentlich günstiger als bei uns, aber dafür gibt es noch spezielle Läden, die nur gebrauchte verkaufen. Ohne Garantie allerdings. Nach einigem hin und herschauen, fanden wir ein uraltes (aber kleines) Celeron 500 Notebook für nur 7000 Yen (ca. 43 Euro) und kauften es. Dort ließ ich mir auch mal von einem Schuhputzer die Schuhe machen. Das war mal dringend Nötig...Dafür sehen sie jetzt auch wie neu aus. 20 Minuten hat er etwa gebraucht um beide Schuhe eingehend zu behandeln und es hat etwa 4,50 euro gekostet.





Ich besorgte mir auch einen USB hub, eine Maus für den Laptop eund ein Headset zum Telefonieren. Dannach machten wir uns auf die Suche nach dem Tiger House Guesthouse. Aber wir fanden es einfach nicht. Meine mitgebrachte Skizze war zu ungenau und auch keiner der Passanten oder selbst die Polizei kannte dieses Haus nicht. Waren wir womöglich völlig falsch?
Nach einiger Zeit brachen wir dann unverrichteter Dinge wieder auf und wollten endlich etwas essen. (Anm. Christoph: Also ich scheue mich ja mitlerweile schon ein bisschen davor das wir jemanden um Hilfe fragen, denn langsam machen sich auch so einwenig die "Nachteile" der japanischen Hilfsbereitschaft bemerkbar ;) Man bekommt sie nicht mehr los!!! *g* Sie versuchen wirklich alles in ihrer unmittelbaren Macht stehende zu tun um zu helfen, wenn sie es nicht wissen fragen sie die Nachbarn, die dann auch mit bei der Sache sind, Karten werden aus dem Hausgeholt und durchgeschaut. Und nachdem es keiner wusste hat man uns dann noch zur nächsten "Police Box" gebracht wo uns der dortige Polizist noch einwenig versucht hat zu helfen. Ich finde diese Hilfsbereitschaft jedesmal aufs neue Beeindruckend!!)
Wir entschlossen uns für eine Steh-Sushi Bar, in der es Nigiri-Sushi gab. Dort fanden wir auch das sagenumwobenen O-Toro, besonders fetthaltiger Tunfisch. Wir konnten nicht umhin dieses auch auszuprobieren. Und in der Tat war es das beste Sushi, das ich je essen durfte *sabber*. Leider war der O-Toro auch mit Abstand am Teuersten. 600Y (etwa 4 euro) für 2 Stück! Der rest kostete so um die 150Y Daher beließen wir es bei 2 Stücken und aßen das billigere Sushi.
Dannach machten wir uns zu Soft Bank, einem Handyanbieter auf, denn ich wollte ein Prepaid Handy kaufen. Dort angekommen zeigte man mir ein äußerst schön designtes Handy für 4800 Yen (ca. 30 Euro), das ich dann bekommen würde. Beim Kauf stellte sich allerdings heraus, das ich meinen Pass hätte mitnehmen müssen -_-
Also beschlossen wir morgen nochmal herzukommen um dann das Tiger Guesthouse zu finden und das Handy zu kaufen...