Samstag, 16. Juni 2007

15.06.2007 - Ein ruhiger Tag im Yoshida House - Christoph

Nach dem ganzen Schlafmangel der vorherigen Tage haben wir uns gedacht der Freitag würde sich mal bestens dazu eigenen einwenig auszuruhen. Der Wetterbericht mit dem lustigen Schirmchen und den dicken Wolken hatte uns eigentlich auch die Entscheidung erleichtert. Als wir dann irgendwann gegen Mittag aus dem Bett krochen strahlte die Sonne trotzdem hell am wolkenlosen Himmel und die Temperaturen waren auch entsprechend hoch. Tja, auch wenn es uns etwas schwer fiehl bei dieser Entscheidung zu bleiben, unseren ursprünglichen Plan "ausruhen" verfolgten wir natürlich trotzdem weiter. Also bestand der Hauptaufwand für mich an diesem Tag daran zweimal zum Convinent Store zu laufen (Einmal mittagessen, einmal abendessen) und dann nochmal zur Bank. Das wars in der Hinsicht auch schon. Wir haben uns diesmal auch an die Fertiggerichte getraut und waren ganz begeistert, denn es war billig und schmeckte auch noch gut. Zudem haben sie es im Laden gleich warm gemacht. (Die entsprechende Frage haben wir erst nicht verstanden, als er dann aber erst auf das Essen deutete und dann auf die Mikrowelle haben wir eifirg genickt). Übrigens gibt es für warmes essen eine extra Tüte, die ist braun und nicht weiß wie die normalen, was das soll ist uns noch nicht ganz klar, aber mal schaun ob wir es noch herausfinden.

So ein ruhiger Abend im Yoshida House ist aber auch ganz witzig, es gibt da einen Aufenthaltsraum mit Fernseher, einem Community PC und Sofas, zudem ist die Küche auch gleich da. Zu den verschiedensten Zeiten tauchen also da die verschiedensten Gäste auf, man wechselt ein paar Worte, oder eben nicht, dann bleiben sie eine Weile oder verschwinden schnell wieder. Zum Beispiel meine Nachbarin, die ich wegen unkenntniss ihres Namens, ihrem seltsamen Verhalten und ihren zwei Katzen einfach die Katzenfrau nenne. Sie hat sich dieses unglaubliche Pluspunkte Level bei mir verdient weil sie mich als wir uns am ersten Tag das erste mal sahen gleich mit dem Hinweis darauf das ich abends doch bitte in meinem Zimmer keinen krach machen solle, begrüsst hat. Erst danach stellte sie sich vor. Naja, sie taucht abends immer mal kurz im Gemeinschaftsraum auf, macht sich etwas zu essen, und verschwindet dann mit dem essen wieder auf ihr Zimmer, zu einer kommunikation kommt es dabei sehr selten. Sie lebt schon 10 Jahre in Japan, ist Sprachlehrerin und scheint sich hier in diesem Haus wohl zu fühlen. Mit den anderen ist es dagegen schon oft wesentlich leichter. Gerade mit den Deutschen hier kommt man oft gut ins Gespräch und gestern haben wir uns längere Zeit mit einer Brasilianerin unterhalten.
Weiterhin ist da natürlich noch das tolle TV Programm, wir empfangen nicht nur rein Japanische sender, sondern auch internationale, die sind dann englisch mit japanischen Untertitel. Wobei ich natürlich den Untertiteln recht wenig Beachtung schenke ;) Dem mangelnden Synchronisationsaufwand zufolge sind dann hier eben auch so sender wie FOX International vertretten und andere derartige Programme. Und bei diesen Amerikanischen Sendern läuft Abends/Nachts so manch ein Schrott, dagegen ist Deutschland sucht den Superstar ja fast schon Bildungsfernsehn ;) ...Zum Beispiel gibt es da "outback Jack" das ist quasi der Bachelor, im outback. Also ein Psyeudo Crocodile Dundee, ein unwegsames Gelände, und eine Gruppe Outdoor-Barbies ;) ...Ganz toll ist auch "Hot or Not" eine Sendung in der entschieden wird ob die Teilnehmer Hot sind, oder eben nicht... mit in der Jury ist Lorenzo Lamas, der Renegade, falls den noch wer kennt ;)
Das ist "Unterschichten-Fernsehn" vom feinsten ;) Was man nicht so alles guckt wenn man keine Lust mehr hat sein Gehirn zu benutzen!
...Aber keine Sorge... das machen wir nicht jeden tag ;)

14.06.2007 - Shibuya 5 - Alexander

Der Tag begann genau so, wie er aufhörte: mit Regen. Das kam uns gerade gelegen, denn wir mussten noch viel arbeiten und verlorene Zeit durch den Computer Crash wieder aufholen. Am Abend dann, waren wir auch mit einer Frau aus dem StudiVZ, die ebenso wie wir gerade in Tokyo verweilt verabredet. Sie heißt Dorothea und kommt aus der schönen Schweiz. Wie sich herausstellte, war sie seit einigen Monaten in Japan um nach ihrem Mathematikstudium ein bischen Urlaub zu machen und hier Land und Leute kennenzulernen. Treffpunkt war vor dem Hachiko in Shibuya.

Hachiko war ein Hund, der sein Herrchen, ein Professor aus Shibuya, immer zum Bahnhof begleitete und dort am Abend wieder auf ihn wartete. Eines Tages erlitt dieser einen tödlichen Herzanfall auf der Arbeit und kehrte nicht zurück. Der Hund kam jedoch jeden Morgen und Abend weiterhin zum Bahnhof, in Erwartung auf sein Herrchen. Dies tat er bis an sein Lebensende, noch 12 Jahre lang. Dadurch wurde der Hund berühmt und nach seinem Tod wurde ihm zu Ehren eine Statue aufgestellt.
Diese Statue ist nun DER Platz um einen Treffpunkt auszumachen. Dort findet man immer um die 50 Leute, die gerade auf irgendwen warten. Doch der Weg dahin gestaltete sich bereits als schwierig. Denn unterwegs verlor ich Christoph, der sich sputete die U-Bahn gerade noch zu kriegen. Ich hab es leider nicht mehr geschafft und ging stattdessen wieder in den Bahnhof um stattdessen die Yamanote Linie zu nehmen (hat mich 1 € gekostet), mit deren Hilfe ich sogar einige Minuten vor Christoph in Shibuya eintraf.

Dort angekommen mussten wir ersteinmal auf Dorothea warten (Jaja, die Frauen lassen gerne warten :). Aber dafür konnten wir dann das endlose Meer an Regenschirmen beobachten, das rund um den Bahnhof durchfloss. Japaner benutzen bevorzugt durchsichtige Regenschirme haben wir dabei festgestellt. Als sie uns dann gefunden hatte, machten wir uns auf eine Bar zu finden. Und irgendwie fanden wir eine Bar, in der das Bier nur 300 Y (ca. 1,80 Euro) kostet. 300Y, das ist nur unwesentlich teuerer als im Convenience Store! Hier muss ich irgendwann wieder hin, dachte ich.



Anschließend machten wir uns noch auf in ein westliches Cafe, in dem sie uns zunächst ein Glas kaltes Wasser reichten. Nachdem wir das geleert hatten, brachten sie uns noch eins. Und noch eins. Nachdem wir das 5. Glas getrunken hattem wurde es auch schon wieder Zeit loszugehen. Denn um 23 Uhr herum fahren die letzten Züge. Alles in Allem war der Abend sehr schön, trotz des Regens (schon alleine wegen der Kneipe mit dem 300 Y Bier und natürlich wegen der netten Gesellschaft :D ).

Donnerstag, 14. Juni 2007

13.06.2007 - Akiharaba 2, Handy und die Telefonzelle - Christoph

Nachdem der Versuch ja gestern mangels eines Reisepasses gescheitert war, ging es heute mit eben diesem Reisepass bewaffnet erneut nach Akiharaba, zum Shop des Mobil-Telefon Providers Soft Bank.

Die Mitarbeiterin die uns am Vortag beraten hatte erkannte uns auch gleich wieder, verwies uns diesmal aber an eine Englisch sprechende Mitarbeiterin. Diese erklärte uns dann alles. Aufgefallen ist uns dabei auch das die Preiserhöhung!! die es ab dem 1.6 gab mit einem schönen roten Aufkleber auf der Packung prangte, fast wie Werbung, als solle man sich darüber freuen nun mehr zahlen zu dürfen ;) Die Freischaltung des Handys sollte allerdings ca 90 Minuten dauern, nach dieser Zeit sollten wir dann nochmal zurück kommen und zahlen, so galt es für diesen Zeitraum erst noch einmal eine andere Beschäftigung zu finden. Aber das ist ja in einer Gegend wie dieser auch nicht sonderlich schwer (Anm 2: SMS bis 192 Zeichen sind kostenlos. Daher schreiben alle Japaner immer SMS im Zug. Das würde sonst ein Vermögen kosten :) .


Doch zuerst machten wir uns noch einmal auf um das Guesthouse "Tiger House" zu finden, das wir schon am Vortag gesucht hatten. Aber wieder ging es erstmal in die falsche Richtung, nach eindringlichem suchen und nichts finden haben wir dann von einer Telefonzelle aus mal angerufen (Ja, diesmal hatten wir die nummer notiert). Doch der Manager konnte natürlich kein Englisch, was die Sache einwenig erschwerte. - Wir möchten uns das Haus mal anschauen, brauchen die genaue Adresse - -Geht nicht, kein Zimmer frei - - aber wir wollen doch nur mal die öffentlichen Räume sehen - - welche Reservierung? - - Wir haben noch keine Reservierung, wollen erstmal gucken... - irgendwie haben wir ganz weit aneinander vorbeigeretet, also sprachen wir einfach mal wieder einen Passanten an und fragten ihn ob er das telefonat nicht für uns weiterführen könne. Und wieder, die Hilfsbereitschaft der Japaner, er tat es tatsächlich, ging an den Hörer und telefonierte mit dem Manager... und tat dies auch wieder eine Ewigkeit ;) Heraus kam dabei aber allerdings nichts, kein Zimmer frei, die angaben im Internet stimmen nicht, keine Adresse bekommen, seltsamer laden. Am Rückweg haben wir es dann tatsächlich noch gefunden (Dank mir - wie ich an dieser Stelle mit dem Hinweis "Hätte er gleich auf mich gehört..." erwähnen muss ;)). Und dann verstanden wir auch warum was der Manager sagen wollte, es gab dort kein Büro vor Ort und die Tür war auch nur mit einem Code zu öffnen. Also Besichtigung unmöglich ;) Adresse hätte er uns trotzdem sagen können... Naja, weiter gehts...

Hunger, Hunger, Hunger war dann auch unser nächster Gedanken, diesmal gings Soba essen, wieder gab es einen Automaten zum bestellen. Der Laden wirkte zwar etwas heruntergekommen, geschmeckt hat es aber trotzdem sehr gut! Wieder zurück hatten wir noch etwas Zeit, die wir dann in dem Kaufhaus verbrachten in dem sich auch die Soft Bank Filiale befindet. Ein Elektronikkaufhaus... mit nur.... ...9 Stockwerken ... Neun... Elektronik...
Wollte dann erstmal zu den Spielekonsolen, mal sehen wieviel hier eigentlich so eine Playstation 3 kostet... Zwischen 260 und 380 Euro war das Ergebniss.



Im selben Stock fanden wir dann auch noch Figuren aus allen möglichen halbwegs bekannten Serien und Filmen die es so gibt, von einer kleinen Ecke mit ein paar Gozilla Figuren, zu einer Schrankseite voller Powerranger, Dragonball etc. Figuren und unmengen an Figuren, in allen größen und Preisklassen zu den Gundam Anime Serien. Unmengen. Dann natürlich noch Figuren einzelner Charaktere.



Schließlich, nachdem wir noch einmal vertröstet wurden, haben wir das Handy nach 2,5h (Die Zeit umzubekommen viel uns nicht schwer!!) bekommen und ganz wie es sich hier in Tokyo gehört hat Alex auch gleich in der U-Bahn damit begonnen damit zu rumzuspielen. Man könnte also sagen er hat sich dieser Kultureigenheit bereitwillig angepasst ;)



(Anm 3. Leider hat das Handy keine Software für Strichcode lesen eingebaut, dabei haben das wohl die Meisten hier :( Hätte vielleicht noch was rumsuchen sollen. Naja jedenfalls hat das Ding mich 30€ gekostet. Sieht ziemlich geil aus das Teil.)


Mittwoch, 13. Juni 2007

12.6.2007 - Electric City, O-Toro!!, Handykauf - Alexander

Gähn, um 11 Uhr klopfte Christoph an der Tür; wir wollten nach Electric City, um ihm einen Ersatzcomputer zu kaufen. Ohne den konnten wir nit weiterarbeiten, daher hatte das top Priorität. Da wir unser Monatsticket für die Metro Linie nutzen mussten, waren wir gezwungen, auf dem Weg nach Akihabara 2x umzusteigen. Dort befindet sich Electric City, eine Ansammlung von Computerläden, Elektrofachläden und Technikkram aller Art. Nebenbei wollten wir noch eine alternative Bleibe anschauen, da wir nächsten Monat doch etwas näher ans Zentrum ziehen wollen. Die ständige Pendelei und Umsteigerei geht langsam ziemlich auf die Nerven.




Dort angekommen fanden wir in jeder Straße und Seitengasse läden mit allerlei Zeugs. Die neuen Notebooks waren nur unwesentlich günstiger als bei uns, aber dafür gibt es noch spezielle Läden, die nur gebrauchte verkaufen. Ohne Garantie allerdings. Nach einigem hin und herschauen, fanden wir ein uraltes (aber kleines) Celeron 500 Notebook für nur 7000 Yen (ca. 43 Euro) und kauften es. Dort ließ ich mir auch mal von einem Schuhputzer die Schuhe machen. Das war mal dringend Nötig...Dafür sehen sie jetzt auch wie neu aus. 20 Minuten hat er etwa gebraucht um beide Schuhe eingehend zu behandeln und es hat etwa 4,50 euro gekostet.





Ich besorgte mir auch einen USB hub, eine Maus für den Laptop eund ein Headset zum Telefonieren. Dannach machten wir uns auf die Suche nach dem Tiger House Guesthouse. Aber wir fanden es einfach nicht. Meine mitgebrachte Skizze war zu ungenau und auch keiner der Passanten oder selbst die Polizei kannte dieses Haus nicht. Waren wir womöglich völlig falsch?
Nach einiger Zeit brachen wir dann unverrichteter Dinge wieder auf und wollten endlich etwas essen. (Anm. Christoph: Also ich scheue mich ja mitlerweile schon ein bisschen davor das wir jemanden um Hilfe fragen, denn langsam machen sich auch so einwenig die "Nachteile" der japanischen Hilfsbereitschaft bemerkbar ;) Man bekommt sie nicht mehr los!!! *g* Sie versuchen wirklich alles in ihrer unmittelbaren Macht stehende zu tun um zu helfen, wenn sie es nicht wissen fragen sie die Nachbarn, die dann auch mit bei der Sache sind, Karten werden aus dem Hausgeholt und durchgeschaut. Und nachdem es keiner wusste hat man uns dann noch zur nächsten "Police Box" gebracht wo uns der dortige Polizist noch einwenig versucht hat zu helfen. Ich finde diese Hilfsbereitschaft jedesmal aufs neue Beeindruckend!!)
Wir entschlossen uns für eine Steh-Sushi Bar, in der es Nigiri-Sushi gab. Dort fanden wir auch das sagenumwobenen O-Toro, besonders fetthaltiger Tunfisch. Wir konnten nicht umhin dieses auch auszuprobieren. Und in der Tat war es das beste Sushi, das ich je essen durfte *sabber*. Leider war der O-Toro auch mit Abstand am Teuersten. 600Y (etwa 4 euro) für 2 Stück! Der rest kostete so um die 150Y Daher beließen wir es bei 2 Stücken und aßen das billigere Sushi.
Dannach machten wir uns zu Soft Bank, einem Handyanbieter auf, denn ich wollte ein Prepaid Handy kaufen. Dort angekommen zeigte man mir ein äußerst schön designtes Handy für 4800 Yen (ca. 30 Euro), das ich dann bekommen würde. Beim Kauf stellte sich allerdings heraus, das ich meinen Pass hätte mitnehmen müssen -_-
Also beschlossen wir morgen nochmal herzukommen um dann das Tiger Guesthouse zu finden und das Handy zu kaufen...