Mittwoch, 27. Juni 2007

24.06.2007 - Arbeit, Arbeit, Arbeit - Christoph

Tja, man könnte schon fast meinen der Sonntag wäre eigentlich garnicht weiter erwähnenswert, und im Grunde hat man mit dieser Aussage wohl auch recht. Denn nachdem die letzte Nacht etwas länger gewesen war schliefen wir erstmal bis in den Nachmittag hinein. Und dann gings auch schon wieder an die Arbeit, hatten schließlich noch ein Konzept fertig zu schreiben und haben das dann auch bis spät in die Nacht hinein getan. Also, was kann man da schon erzählen?

Nichts! Richtig! Und da wir in den kommenden Tagen eh viel zu viele lustige kleine Dinge erlebt haben, und es viel zu viel zum lesen nun gibt halte ich den Beitrag lieber kurz ;) mit dem Kommentar "Es war ein anstrengender Tag"

Montag, 25. Juni 2007

23.06.2007 - Shibuya 7 - Durchmachen die 3. - Alexander

Da Christoph schauen wollte, ob er seinen Fehler vom 20. wieder gutmachen kann, entschlossen wir am Abend mal wieder nach Shibuya zu fahren. In den Reiseführern steht immer, das Roppongi das Ausländer und Partyviertel wäre, aber wenn man es mit Shibuya vergleicht ist da eigentlich überhaupt nichts los. In Shibuya angekommen waren wir zunächst hungrig und suchten das nächstbeste Sushi-Restaurant auf. Dieses war dann leider sehr voll und wir mussten kurz warten, bis wir einen Platz zugewiesen bekamen. Trotz das es Sitzplätze und Bedienungen gab, war die Sushi bar noch günstiger als die in Akihabara; 120 Yen, etwa 72 Cent für 2 Nigiri Sushi (z.B. Lachs oder Thunfisch, für das man in Deutschland zahlt man für gewöhnlich das Doppelt bis Dreifache). Dort fand sich auch eines der Sushi-Fließbänder, von denen man immer mal wieder hört. Allerdings befand sich statt Sushi nur verschiedenfarbige leere Teller mit Kärtchen darauf, die dauernd im Kreis herumfuhren. Später fanden wir dann heraus, das man die Bestellungen an der Personal richten muss, und der Koch dann das Sushi auf das Band legt, damit es seinen Zielort erreichen kann. Die Farben der Teller markieren dabei einen bestimmten Preis, Holzfarben war 120 Yen, Weiß 240, Gelb 315 und Silber 525.
Normalerweise bekommt man immer kaltes Wasser oder Grünen Tee in einem Japanischen Restaurant, hier mussten wir uns dies jedoch selber nehmen. Dazu kam aus einem Kran heißes Wasser und in einer Box lagen Teebeutel. Mit denen wäre mir dann auch beinahe ein kleines Missgeschick passiert, als ich die Box mit Ingwer fälschlicherweise für den Mülleimer für die benutzten Teebeutel gehalten habe (Der Unterschied war natürlich kaum zu erkennen). Michael konnte mich aber gerade noch davon abhalten.
Nach dem leckeren Sushi-Mahl war es zeit uns in unsere fast schon Stammkneipe zu begeben. Dort war es jedoch sehr voll und wir mussten uns zunächst an die Ecke stellen. Natürlich bestellten wir uns wieder die großen Bierkrüge, aber leider hatte mich die Bedienung wohl nicht richtig verstanden, als ich 3 davon bestellte und sie mich daraufhin komisch anguckte. Zur Zeit der Bestellung war Michael auf Toilette und so brachte sie zunächst nur 2 Krüge. Nachdem wir mit den Krügen angestoßen hatten, wurden uns wieder von allen Seiten ungläubige Blicke zugeworfen. So lernten wir dann auch Anthony und Tomomi kennen, die neben uns standen und sich daraufhin mit uns an einen gerade freigewordenen Tisch begaben. Es stellte sich heraus, das Anthony aus der Schweiz kam, aber leider trotzdem kein Deutsch konnte, weil er von der Französischen Seite stammt. Mit den beiden haben wir uns dann ganz gut Unterhalten und Christoph bestach Mich und Py doch Durchzumachen, indem er uns Bier spendierte. Um 2 Uhr machte der Laden allerdings zu und Totomi und Anthony wollten noch in einen Club. Ich und Py hatten allerdings weniger lust darauf kamen aber trotzdem mit. Vor dem Eingang diskutierte ich noch eine Weile ob ich da jetzt wirklich reingehen möchte, lies mich dann aber letztlich doch überreden. 1500 Yen Eintritt sind für Tokyoter Verhältnisse sogar noch relativ günstig und es gab auch ein Freigetränk. Der Club war recht klein und auch nicht mehr sonderlich voll, zudem war die Musik gerade noch so, das man sich unterhalten konnte. Das gefiel mir schonmal und so setzte ich mich an die Bar und unterhielt mich erstmal mit 2 netten Japanerinnen. Allerdings stellte sich heraus das sie schon Ende 20 sind. Das Alter von Japanern ist allgemein so schwer einzuschätzen. Übrigens, alle Japanerinnen die ich gefragt habe, wie alt sie Mich einschätzen würden haben mich auf 25 geschätzt. So alt also schon :/. Also nächstes mal sag ich einfach ich bin 25 ^^. Irgendwann verschwanden dann Tomomi und Anthony (wo die wohl hingegangen sind...). So um 4 machten wir uns dann auch mal auf den Weg, allerdings wollten Christoph und Michael mit ein paar anderen Leuten noch frühstücken gehen, und ich wollte nach hause. Also verabschiedete ich mich und ging in Richtung Bahnhof. Auf der Shibuya Kreuzung waren dann noch 4 Japanerinnen, die in mich anstarrten und über mich zu Reden schienen. Also habe ich sie gleich mal darauf angesprochen und mich noch mit ihnen unterhalten, während ich auf die erste Bahn wartete. Eri, eine von ihnen, musste in die Gleiche Richtung fahren und fragte ob es OK sei, wenn sie mit mir Englisch sprechen könnte. Schließlich hat sie mich dann noch in das japanische Gegenstück zu Studivz, Mixi.jp, eingeladen und dann machte ich mich auf den Nachhauseweg. Vieleicht erzählt Christoph ja noch ,was ihm während des Frühstücks so alles passiert ist :)
(Anm Christoph: Na, viel ist da nicht passiert, wir, also Michael und ich sind zusammen mit einem Norweger in ein kleines billig Restaurant gegangen, haben schön billig was gegessen und sind dann weiter. An der Shibuya Kreuzung trafen wir dann noch einen betrunkenen Briten, der mit seinen Erzählungen (das gequassel eines betrunkenen...) eine Gruppe Japanischer Jugendlicher unterhalten hat. Die haben sich kaputt gelacht, und wir dann auch. Irgendwann sind wir dann auch Heim...)

22.06.2007 - Regen, Arbeit und Hostessen - Christoph

Wie all diejenigen die unseren Blog regelmäßig aufrufen (Was übrigens alle tun sollten ;)) wohl bemerkt haben werden, war dies ein sowohl arbeitsreiches als auch erlebnisreiches Wochenende. Es ist Montag und ich sitze an meinem alten Notebook und schreibe den Beitrag für Freitag. Aufgrund der vielen Arbeiten die wir zu erledigen hatten ist an diesem Tag nicht sonderlich viel passiert, aber, wir wollen unseren Lesern, Geldgebern und potentiellen Geldgebern ja etwas zu lesen bieten, und zu erzählen gibt es hier wirklich immer was.
An diesem Tag wollte uns die Regenzeit mal beweisen das es sie tatsächlich gibt, das sie nicht nur ein hirngespinst der Japaner ist, eine einfache Gruselgeschichte die dazu dient Urlauber fernzuhalten, nein, die Regenzeit ist tatsächlich vorhanden. Und so war der Himmel den ganzen Tag über stark bewölkt und es regnete immer wieder, mal leicht, mal wieder etwas heftiger so das es uns letztendlich nicht sonderlich schwer viel im Guesthouse zu bleiben. Arbeit gabs ja genug und langweilig wird es hier ja auch nie. Zur Zeit sind glaube ich rund 15 Leute hier, allein 8 davon sind Deutsch, und die meisten aus unterschiedlichen Gründen in diesem Land. Da Alex ja sein Lager im Aufenthaltsraum aufgeschlagen hat, ein Raum an den auch Küche und Bad angegliedert sind haben wir fast immer irgendwie Gesellschaft. Hin und wieder kommt ein Bewohner, redet mit uns, schaut fern, setzt sich an den Computer oder, im Falle der Katzenfrau von nebenan – kocht für die Katzen. Gerade die Unterhaltungen sind immer wieder sehr interessant, vor allem da einige der Bewohner hier ja schon eine ganze Zeit in diesem Haus wohnen, sich in Japan aufhalten und teilweise ähnliche, teilweise ganz andere Erfahrungen gemacht haben als wir. Und, nicht alle fühlen sich hier in Japan wirklich wohl, während ein paar hier unbedingt bleiben wollen steht für andere fest „Ich will weg von hier.“ Überall scheint diese Mischung aus Begeisterung und dem großen dicken Fragezeichen das über den Köpfen schwebt wenn man so manch eine Eigenheit dieses Volkes betrachtet.
Eine der Bewohnerinen, sie ist Brasilianerin, will wieder weg von hier, ihre Großeltern sind Japaner, stammen aus einer Zeit in der sich viele Japaner in Brasilien niederließen und so hat sie auch das Asiatische äußere geerbt. Das stellt sie vor manch ein Hindernis, man erwartet von ihr das sie fließend Japanisch spricht. Auch die Zurückhaltung der Japaner ist für sie als Brasilianerin oft frustrierend, während es in ihrem Heimatland üblich ist einfach Leute in der Bahn anzusprechen herrscht hier absolutes Schweigen. Kaum Unterhaltungen, selbst wenn man mit seinen Freunden unterwegs ist versinkt man oft ganz automatisch in dieses all umfassende Schweigen. Dazu lieferte sie auch einen treffenden Kommentar „Wenn dich in Brasilien jemand einfach Anspricht, dann ist das normal. Wenn das jemand in Japan tut, dann ist er irgendwie verrückt.“
Mit ihr und ein paar anderen Bewohnern des Hauses führten wir auch ein Gespräch über „Hostessen“, ein Thema das uns zwei Abende lang verfolgte. Eine Japanische Eigenheit die uns einfach völlig abwegig erscheint. Hostessen bzw. männlich Hosts sind Personen die für ihre Gesellschaft (und eigentlich nur für ihre Gesellschaft) also ein angenehmes Gespräch und dergleichen, eben einen lustigen Abend bezahlt werden. Gute Hostessen verdienen mitunter mal locker 900.000 Yen im Monat, das sind rund 5500-6000 Euro, dafür das man redet und dabei kostenlos trinkt ist das eigentlich ein ganz guter Verdienst. Gut, 30.000 – 100.000 davon gehen an die Yakuza, aber das ist wohl auch noch zu verkraften. Am ersten Abend waren wir angesichts dieses Brauches noch völlig ratlos, man stelle sich doch einmal eine Situation vor in der man, mit Freunden am Tisch sitzt und dann erzählt „Ich habe gestern eine Frau dafür bezahlt das sie mit mir redet!“ Das klingt schon ziemlich abwegig. Am Zweiten Abend erfuhren wir allerdings von jemanden der sich schon genauer über dieses Geschäft informiert hat warum das so läuft, die Japaner arbeiten einfach soviel das sie gar keine Zeit mehr dazu finden sich jemanden für eine nette Gesellschaft zu suchen. Also beschleunigt man die Sache in dem man einfach dafür zahlt! …Vielleicht sollten wir uns wohl auch mal eine Stelle als Host suchen… Klingt sehr ertragreich… :)

Samstag, 23. Juni 2007

21.06.2007 - Hausbesichtigung, Geplanter Umzug - Alexander

Das Yoshida House ist zwar noch in Tokyo, aber doch relativ ausserhalb vom Geschehen (Irgendwo westlich von der Karte). So mussten wir immer erst 10 Minuten zum Bahnhof laufen, dann 5 min auf die Bahn warten, dann 15-20 Minuten bis Ikkebukuro und dann z.B. nochmal min. 30 Minuten mit der Metro bis Shibuya, Akihabara oder Shinjuku . Also über eine Stunde um dahin zu kommen, wo es interessant ist. Da die Bahnen ständig voll sind, bedeutet das auch gleichzeitig über eine Stunde stehen.
Also wollten wir uns zum nächsten Monat etwas suchen, das näher am Zentrum ist. Zudem gehört die Seibu-Ikebukuro Linie, mit der wir immer zunächst fahren müssen, überhaupt nicht zur Tokyoter Metro, für das wir ja für 16800 Yen (=105 Euro) ein Monatsticket gekauft haben, wodurch wir immer 230 Yen pro Fahrt draufzahlen. Im Monat sind das also rund 10000 Yen, die man auf die Miete draufrechnen müsste, wodurch das Yoshida House auf einmal gar nicht mehr so günstig erscheinen würde.
Nach bereits länger andauernder Internetrecherche fand ich am Vortag ein Haus, dessen Eckdaten grob dem entsprachen was wir suchten:
8 Minuten bis Shinjuku, 20 Minuten bis Shibuya, Anschluss an die Tokyoter Metro, und 3 Zimmer frei. Leider hat dies auch seinen Preis, die Miete ist mit 70.000 Yen (=425 Euro) rund 100 Euro teurer als im Yoshida House (Wenn man jedoch die Fahrtkosten und Kosten für die Dusche beim Yoshida House dazu rechnet lediglich 30 Euro teurer).
Doch wir wollten das Haus ersteinmal besichtigen, denn wer weiß schon ob die Bilder aus dem Internet aktuell sind und das Haus nicht mittlerweile eine totale Bruchbude ist :) Also rief ich bei der Firma an und wurde von einem Englisch sprechendem Mitarbeiter, Tony, begrüßt. Das machte schonmal gleich einen guten Eindruck und wir vereinbarte einen Besichtigungstermin für morgen 3 Uhr. Am nächsten Tag wurde uns dann bewusst, das 3 Uhr (Also 1 Uhr aufstehen)viel zu früh war, denn wir hatten nicht nur zu wenig geschlafen, sondern auch noch teilweise Kopfschmerzen. Trotzdem schafften wir es irgendwie und dann am Bahnhof angekommen, holte Tony uns auch ab und brachte uns zum Gasthaus. Dieses liegt etwa 6 Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt und der Gegend konnte man schon ansehen, dass es näher am Zentrum gelegen war. Große Häuser, eine breite Hauptstraße und viele Geschäfte und Restaurants. Das Haus machte auch einen guten Eindruck, die Zimmer sind alle relativ groß (9-12 m²) und auf jeder Etage gibt es ein Bad. Nachdem jeder von uns ein geeignetes Zimmer gefunden hatte, unterschrieben wir den "Mietvertrag" und zahlten bereits einen Teil der Kaution von einer halben Monatsmiete. Diese Kriegen wir dann zurück, sobald wir Ausziehen und nichts kaputt gemacht haben (Was nicht unbedingt üblich ist; häufig gibt es nur einen Teil zurück).
Wieder zurück machten wir uns dann an die Arbeit, wovon wir auch noch genug zu erledigen haben.